POLITIK
12/04/2016 05:05 CEST | Aktualisiert 12/04/2016 06:14 CEST

Asyl-Unterkunft für 16 Kinder und Jugendliche: Video zeigt, wie Anwohner ausrasten

Asyl-Unterkunft für 16 Kinder und Jugendliche: Video zeigt, wie Anwohner ausrasten
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Asyl-Unterkunft für 16 Kinder und Jugendliche: Video zeigt, wie Anwohner ausrasten

In der Flüchtlingskrise bringen viele Deutsche gern das gleiche Argument. "Frauen und Kinder nehmen wir ja gern auf. Aber es kommen ja bloß Männer", sagen sie. Wie scheinheilig das ist, zeigt ein Vorfall aus Sachsen-Anhalt.

In Halle-Nietleben sollen 16 unbegleitete Kinder und Jugendliche untergebracht werden. Doch eine Infoveranstaltung zu dieser geplanten Unterkunft lief anders als geplant. Aufnahmen von "Halle TV" zeigen, wie Anwohner ihre Wut herausbrüllen. Sie lassen den Vertreter des DRK nicht zu Wort kommen.

Man schämt sich beim Zuschauen.

"Wir haben die Schnauze voll. Wir lassen uns nicht verarschen", ruft zum Beispiel eine Frau. Immer wieder brüllt ein Mann: "Die Wahrheit!" "Die Wahrheit!" Eine Frau behauptet einfach mal: "Das sind 13-Jährige, die Frauen vergewaltigen und mit 12 zum IS gehen." Auch das übliche "Und was wird für die deutschen Kinder getan?" fehlt nicht. Man schämt sich schon beim Zuschauen.

Wie kalt diese Menschen das Schicksal der Kinder lässt, zeigt der zynische Kommentar einer älteren Frau: "Alleinreisen ist wohl eine neue Touristikform."

Die geplante Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge in Halle-Nietleben erhitzt die Gemüter der Anwohner. Das DRK hatte zu einer Informationsveranstaltung geladen, die aufgrund des großen Andrangs kurzerhand ins Freie verlegt werden musste. Es gab viele Fragen, viel Kritik und jede Menge Emotionen. Hier einige Ausschnitte im Video:

Posted by TV Halle on Friday, 8 April 2016

Die Anwohner halten die geflüchteten Kinder und Jugendlichen offenbar für Monster, die bei nächster Gelegenheit über unschuldige Bürger herfallen. Es sind Kinder, verdammt!

Diese Engstirnigkeit macht wütend. Die emotionale Kälte auch. Aber es gibt Hoffnung.

Zwei anwesende Bürger versuchen zu schlichten und mit Argumenten zu überzeugen. Auf den Punkt bringt es einer von ihnen. Er sagt recht pragmatisch: "Man muss sich auch mal vor Augen führen, dass 16 minderjährige Personen Nietleben nicht zum Einsturz bringen werden."

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