POLITIK
11/04/2016 03:05 CEST | Aktualisiert 11/04/2016 04:00 CEST

Bessere Noten, schlechtere Bildung: Studie zeigt, was in deutschen Schule falsch läuft

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  • Nach einer Studie fehlen deutschen Schulabgängern Kenntnisse in Sprache und Mathematik

  • Betriebe und Hochschulen müssten daher immer öfter Schulwissen vermitteln

Die Noten werden immer besser, die Bildung immer schlechter: Eine Studie zu Bildungsstandards von Schulabgängern in Deutschland kommt zu erschreckenden Ergebnissen.

Nach einer Untersuchung der CDU-nahen Konrad Adenauer Stiftung zur "Studierfähigkeit und Ausbildungsfähigkeit", die der "Welt" vorliegt, fehlen jungen Menschen zum Einstieg in das Berufsleben oder ein Studium oft wichtige Grundlagen.

Kompetenzen in Sprache und Mathematik fehlen

"Trotz gestiegener guter Schulabschüsse steigt die Anzahl der jungen Menschen, die gleich zu Beginn einer Berufsqualifikation in Unternehmen oder Hörsälen mit fehlenden Grundlagenkompetenzen hinsichtlich Sprache und Mathematik zu kämpfen haben", beklagen die Autoren der Studie.

"Diese Hardskills gelten immer weniger als Elementartechniken in der schulischen Bildung." Die Folge sei, dass immer mehr Betriebe und Universitäten die schulischen Grundlagen nachbessern müssten.

Hochschulen müssen Schulunterrricht nachholen

Jeder dritte IHK-Betrieb und viele, gerade auch renommierte Hochschulen, erteilten mittlerweile "nachholenden Schulunterricht", wie etwa Schreibberatung, Texterfassung und -verständnis oder Brückenkurse in Mathematik, heißt es in der Studie.

Dazu passend: Was diese Schule macht, sollte Vorbild für alle Schulen in Deutschland sein

Trotz solcher Nachhilfe sei der Anteil an Auszubildenden und Studenten, die ihre Ausbildung abbrechen, erschreckend hoch. Nötig seien neue und verbindliche Mindeststandards, forderten die Bildungsexperten.

"Kultur des Durchwinkens"

Ein wachsender Teil der Schulabgänger bringe die Kompetenzen nicht mit, die ihnen in den Zeugnissen attestiert würden, stellt die Studie fest. Im gesamten Bildungssystem habe sich eine "Kultur des Durchwinkens" von der Grundschule über das Gymnasium bis zur Universität etabliert, so die Kritik.

"Die negativen Folgen zeigen sich spätestens beim Übergang in das Berufsleben", so das bittere Ergebnis der Studie.

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