POLITIK
11/04/2016 17:57 CEST

Schweizer Streit um Handschlag-Verweigerer: "Prophet Mohammed hat nie Frauen berührt"

dpa

  • Streit um Schweizer Handschlag-Verweigerer spitzt sich zu

  • Die beiden muslimischen Schüler verweisen auf kulturelle Unterschiede

  • Die beiden Schüler stammen aus einer streng religiösen Familie

Religionsfreiheit oder Diskriminierung der Frau? Ein Fall in der Schweiz hatte zuletzt für Aufsehen gesorgt, bei dem sich zwei muslimische Brüder aus religiösen Gründen weigerten, ihrer Lehrerin die Hand zu geben.

Die Schulleitung wiederum erlaubte ihnen dies unter einer ungewöhnlichen Bedingung: Auch männlichen Lehrern dürfen sie nun die Hand nicht mehr geben. Das Ganze hatte zuletzt landesweit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

"Können unsere Kultur nicht einfach löschen"

Jetzt haben sich die beiden Schüler in der Schweizer "Sonntagszeitung" zu Wort gemeldet. Die Jungen sagten dem Blatt, sie wollten ihren Glauben leben und nicht provozieren. Sie wollten die Schweizer Kultur respektieren, sich an die Gesetze im Land halten und sich so gut wie möglich integrieren.

"Aber wir haben ja auch unsere eigene Kultur. Die können wir nicht einfach löschen, so wie man das etwa mit einer Festplatte tun kann." Der Fall werde benutzt, um Stimmung gegen Muslime zu machen, sagte der ältere Bruder in dem Interview.

"Prophet Mohammed ist unser Vorbild"

Gefragt nach der Würde der Frau antwortete der Jüngere der beiden: "Wir orientieren uns an Prophet Mohammed. Er ist unser Vorbild. Und er hat nie Frauen berührt - außer seine eigene." Niemand könne sie zu einem Handschlag zwingen. "Falls wir die Hände wieder schütteln müssten, wäre das eine Diskriminierung gegen uns."

Der 14-Jährige und sein 16-jähriger Bruder stammen aus einer streng religiösen Familie. Sie gehen ein und aus in der König-Faysal- Moschee, die sich strikt nach den Regeln des Propheten Mohammeds ausrichtet.

Der Kanton Basel-Landschaft prüft nun rechtlich, ob man Schüler zwingen kann, ihrer Lehrerin die Hand zu geben, oder ob Religionsfreiheit wichtiger ist. "Beim Verweigern des Händedrucks werden Frauen diskriminiert", sagt die Sprecherin der kantonalen Bildungsdirektion, Deborah Murith. Auch islamische Dachverbände in der Schweiz sind sich uneins, ob ein Händedruck zwischen Mann und Frau in Ordnung sei.

Auch auf HuffPost:

Dieses Land möchte den Islam als offizielle Staatsreligion abschaffen