LIFE
11/04/2016 07:34 CEST | Aktualisiert 11/04/2016 07:38 CEST

Junge Frau macht zwei Fotos an einem Abend - das zweite zeigt ihren Horror

"Panik ist, wenn du alles fühlst", beschreibt die Künstlerin Katie Crawford den Moment, in dem alles zusammenbricht. Den Moment, in dem sie Angstzustände und Depression schlicht überwältigen.

Sie spricht von einem Gefühl, "als wäre man von seiner Angst so fest eingewickelt, dass man nicht mehr atmen kann, bis zur quälenden Unfähigkeit, zu schlafen, wenn eine Panikattacke sich anbahnt".

Es ist eine psychische Krankheit, über die kaum jemand spricht. Deren Auswirkungen kaum jemand kennt. Und das, obwohl laut Bundespsychotherapeutenkammer aktuell rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland an einer Platzangst oder Panikstörung leiden .

Panikattacken: die unbequeme Wahrheit

Panikattacken können aus dem Nichts kommen. Dieses Gefühl kennt auch Amber Smith. In einem bewegenden Facebook-Post teilt sie ihre Angst - und ihre Wut. Die Wut darüber, dass es Menschen gibt, die einem raten, "einfach fröhlicher zu sein":

God knows why I'm doing this, but people need some home truths..Top picture: What I showcase to the world via social...

Posted by Amber Smith on Sunday, 3 April 2016

"Ich weiß nicht, warum ich das mache, aber Menschen müssen die unbequeme Wahrheit einfach sehen.

Das obere Bild: Wie ich mich der Welt in Sozialen Medien präsentiere. Aufgebrezelt, perfektes Make-Up, haufenweise Filter. Meine "normale" Seite.

Das untere Bild: Aufgenommen heute Nacht, kurz nachdem ich wegen meiner Angstzustände eine Panikattacke hatte. Auch eine "normale" Seite von mir, die die meisten aber nicht zu Gesicht bekommen.

Es macht mich krank, dass es im Jahr 2016 noch immer Stigmata rund um das Thema psychische Gesundheit gibt. Es ekelt mich an, dass so viele Menschen nichts über dieses Thema wissen und voreingenommen sind.

Es heißt, dass jeder Dritte einmal im Leben an einer psychischen Krankheit leidet. Jeder Dritte! Wisst ihr, wie viele Menschen das weltweit sind?!

Ich kämpfe seit Jahren mit Angstzuständen und Depression und es gibt noch immer Menschen, die mir sagen: "Du wirst darüber hinwegkommen", "Du brauchst keine Tabletten, sei einfach fröhlicher", "Du bist zu jung, um an so etwas zu leiden".

F***T EUCH! F***t euch, ihr engstirnigen Menschen, die ihr nicht glauben könnt, dass ich jeden Tag mit einem Monster in meinem Kopf kämpfe, nur weil ich körperlich gesund aussehe.

Einmal wurde ich tatsächlich gefragt, ob ich nicht zu jung wäre, um an Angstzuständen und Depression zu leiden: "Weswegen muss man in deinem Alter depressiv sein?" Wow, einfach nur wow.

Ich bin eine starke Person, ich habe im Leben bereits einiges durchgemacht (so wie jeder andere auch) und ich werde damit zurechtkommen. Ich habe die beste Familie und die besten Freunde und ich bin dankbar für jeden Tag, an dem sie die Geduld aufbringen, mir zu helfen und mich zu unterstützen.

An jeden, der dasselbe durchmacht: Bitte leidet nicht alleine. Es gibt so viel Unterstützung da draußen - habt keine Angst, um Hilfe zu bitten.

Ich kann nicht oft genug betonen, dass es nichts kostet, nett zu anderen zu sein. Schüchtert andere nicht ein, macht niemanden klein und - das Schwierigste (das wir alle schon mal gemacht haben) - urteilt nicht über andere Personen.

Wir sind alle Menschen, unabhängig von Alter, Rasse, Religion, Gesundheit oder Beruf. Also baut euch gegenseitig auf, anstatt euch niederzumachen."

Am Ende ruft Amber dazu auf, ihren Post zu teilen. Mehr als 13.000 Menschen haben das bereits getan. Unzählige User sprechen der jungen Frau in den Kommentaren Mut zu.

Es ist ein Anfang dafür, so vielen Menschen wie möglich bewusst zu machen, was es bedeutet, Angststörungen zu haben: "Je mehr Bewusstsein es gibt, desto weniger Menschen müssen still und alleine leiden."

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