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11/04/2016 08:14 CEST | Aktualisiert 11/04/2016 08:42 CEST

Lymphdrainage: Mit sanften Griffen Schwellungen lindern

Lymphdrainage: Wann ist die alternative Heilmethode sinnvoll?
KatarzynaBialasiewicz via Getty Images
Lymphdrainage: Wann ist die alternative Heilmethode sinnvoll?

  • Ist der Abfluss der Lymphe gestört, kann es zu Schwellungen kommen.

  • Mit sanften Handgriffen können diese Störungen behoben werden.

Jeder interpretiert das Wort Gesundheit individuell anders. Für den einen bedeutet es, nach längerer Krankheit wieder zu genesen, für den anderen, gar nicht erst krank zu werden.

Eigenverantwortlich kann jeder dazu beitragen, sowohl seine körperliche als auch seine seelische Gesundheit zu erhalten. Viel frische Luft, eine gesunde Ernährung und sportliche Betätigung tragen dazu bei.

Trotzdem gibt es keinen Schutz vor Unfällen oder Erkrankungen, die die Gesundheit nachhaltig beeinträchtigen. Viele unterschiedliche Therapieformen stehen für die Behandlung von Funktionseinschränkungen zur Verfügung.

Die manuelle Lymphdrainage - mehr als nur Handauflegen

Das Lymphsystem hat im menschlichen Körper eine nahezu ebenso bedeutende Aufgabe wie der Blutkreislauf. Auch das System der Lymphgefäße ist ein Transportsystem und spielt eine wichtige Rolle beim menschlichen Immunsystem.

Ist der Abfluss der Lymphe gestört, sammelt sich im Gewebe Flüssigkeit an. Das führt zu Schwellungen unter der Haut, die schmerzhaft sein und die Beweglichkeit von Armen und Beinen stark beeinträchtigen können.

Gründe für einen solchen Stau können unter anderem Operationen sein, wenn die Lymphbahnen durchtrennt worden sind. Eine regelmäßige Lymphdrainage bringt Erleichterung, reduziert die Schwellungen und die Schmerzen.

Wann darf die Methode angewendet werden - wann nicht?

Bei der Lymphdrainage werden Schwellungen an Armen und Beinen durch spezielle Handgriffe verringert. Die gestaute Lymphflüssigkeit wird abgeleitet, und die Beschwerden lassen deutlich nach.

Die manuelle Lymphdrainage wird unter anderem auch bei Venenschwäche in den Beinen oder nach Sportverletzungen angewendet. Nicht angewendet werden darf die Lymphdrainage jedoch bei Patienten mit erhöhtem Thromboserisiko, bei akuten Infektionen und nach einem Herzinfarkt.

Ob diese alternative Heilmethode geeignet ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Das Prinzip der Lymphdrainage

Die Lymphdrainage ist eine Entstauungstherapie, die für den Patienten sehr angenehm ist. Die notwendigen Griffe sind sanft und verursachen in der Regel keine Schmerzen.

Bereits im 16. Jahrhundert ging die Medizin davon aus, dass es neben dem Blutkreislauf ein weiteres Gefäßnetz im menschlichen Körper geben müsse.

Das Netz aus Lymphbahnen ist weitverzweigt und transportiert Fette und Nährstoffe zu den Körperzellen und entfernt Viren, Schadstoffe, Keime und Abfälle aus den Zellen. Als Filter dienen dabei die Lymphknoten. In diesen Lymphknoten befinden sich Zellen, die Keime abtöten, und weiße Blutkörperchen, die das Blut reinigen.

Bei akuten Infektionen ist deshalb häufig ein Anschwellen der Lymphknoten zu beobachten. Kommt es zu Ansammlungen von Lymphflüssigkeit, spricht man auch von einem Lymphödem. Die Lymphdrainage kann solche Stauungen beseitigen.

Die typischen Anwendungsgebiete der Lymphdrainage

Die Lymphdrainage wird unter anderem nach Verletzungen, Operationen oder Gelenkerkrankungen verordnet. Häufig erfolgt sie im Zusammenspiel mit einer Kompressionstherapie.

Die Kompressionsstrümpfe oder -verbände verhindern, dass sich im durch die Lymphdrainage entstauten Körperteil erneut Flüssigkeit ansammeln kann.

Erfolge erzielt die Lymphdrainage aber auch bei Wassereinlagerungen im Gewebe, die durch rheumatische Erkrankungen hervorgerufen werden. Weitere Therapieerfolge werden unter anderem bei Migräne und Trigeminusneuralgie beschrieben, erklärt der Lymphologe und

Begründer der Ödematologie Ulrich Herpertz. Sein Buch "Ödeme und Lymphdrainage: Diagnose und Therapie - Lehrbuch der Ödematologie" könnt ihr kaufen.

Aber auch zur Behandlung von Morbus Sudeck kann die Lymphdrainage eingesetzt werden. Das schreibt zum Beispiel Stefan Eisoldt in seinem "Fallbuch Chirurgie", das ihr hier bei Amazon kaufen könnt.

Grundsätzlich ist das Lymphsystem ein Reinigungsmechanismus im Körper, der für die Gesundheit ausgesprochen wichtig ist. Wird der Reinigungskreislauf durch angestaute Lymphflüssigkeit im Gewebe beeinträchtigt, sind nicht selten schwere Erkrankungen die Folge.

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