POLITIK
11/04/2016 02:45 CEST | Aktualisiert 11/04/2016 03:57 CEST

Gauland will AfD mit dem Front National verbünden

Gauland will AfD mit dem Front National verbünden
Sean Gallup via Getty Images
Gauland will AfD mit dem Front National verbünden

  • AfD-Vize Alexander Gauland denkt an eine gemeinsame Europafraktion mit dem französischen Front National

  • In der AfD deutet viel auf einen Kurswechsel in der Europapolitik hin

Lange sah man sich in der AfD auf einem europäischen Sonderweg. Ein Schulterschluss mit anderen europäischen, rechtspopulistischen Kräften wurde von der Parteiführung entschieden verneint.

Diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland denkt offen an eine neue Europafraktion unter Beteiligung seiner Partei und des rechtsextremen französischen Front National.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sagte Gauland, er befürworte bei einer möglichen Gründung einer Europafraktion aus EU-kritischen Parteien ein Beitritt der AfD-Abgeordneten.

Von Storch schließt sich europäischen Rechtspopulisten an

Bereits vergangene Woche hatte Beatrix von Storch erklärt, aus der konservativen EKR-Europafraktion auszutreten und sich der rechtspopulistischen EFDD-Fraktion anzuschließen, der auch die Ukip-Abgeordneten angehören. Der Wechsel Beatrix von Storchs soll nicht mit der Parteiführung abgestimmt gewesen sein.

Im November 2013 hatte der AfD-Bundesverstand noch einen Beschluss verfasst, nach dem "Kontakte von Funktionsträgern der AfD zu ausländischen Parteien mit dem Bundesvorstand abzustimmen“ seien.

Dabei war es um eine vermeintliche Verbrüderung des nordrhein-westfälischen Landesvorsitzenden Marcus Pretzell mit der britischen Ukip-Partei gegangen.

"Die Summe der Gemeinsamkeiten ist groß"

Gauland sagte nun, dieser Beschluss habe sich "weitgehend entkrampft". Man müsse den Front National ja nicht lieben: "Aber es kann der Moment kommen, in dem man sagen muss, wir können mit dem FN zusammenwirken, auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind, wofür er steht."

Auch der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke scheint von einer europaweiten Partnerschaft der Rechtspopulisten überzeugt zu sein. Auf einem Landesparteitag am Samstag sprach er sich dafür aus, die Gemeinsamkeiten der AfD mit dem Front National zu betonen.

Ein weiteres Signal für den Kurswechsel: AfD-Chefin Frauke Petry zeigt sich offen für Kooperationen auf europäischer Ebene: Petry und Pretzell hatten sich kürzlich zusammen mit ihrem bayerischen Landesvorsitzenden Petr Bystron mit dem FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache getroffen – und dort über "Visionen für Europa“ beraten. "Die Summe der Gemeinsamkeiten ist groß“, resümierte Bystrom im Anschluss.

Bisher verteilen sich die rechtspopulistischen Kräfte im Europaparlament auf verschiedene Fraktionen, darunter EFDD, EKR – und im Falle des Front Nationals die ENF-Fraktion.

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