POLITIK
11/04/2016 06:37 CEST | Aktualisiert 11/04/2016 06:37 CEST

Eu-Türkei-Deal: Nur noch wenige Flüchtlinge aus der Türkei in Griechenland angekommen

Eu-Türkei-Deal: Nur noch wenige Flüchtlinge aus der Türkei in Griechenland angekommen
Giorgos Moutafis / Reuters
Eu-Türkei-Deal: Nur noch wenige Flüchtlinge aus der Türkei in Griechenland angekommen

  • In Griechenland kommen immer weniger Flüchtlinge aus der Türkei an

  • Zu weiteren Rückführungen in die Türkei kam es bisher nicht - die Behörden prüfen zunächst die Asylanträge der in Griechenland gestrandeten Migranten

Die Zahl der Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kommen, hat drastisch abgenommen: Innerhalb von 24 Stunden hätten nur noch 18 Migranten übergesetzt, teilte am Montag der Stab für die Flüchtlingskrise in Athen mit. Am Vortag waren 162 und am Tag davor 120 Menschen vom türkischen Festland auf griechische Ägäis-Inseln übergesetzt.

Vergangenen Montag und am Freitag waren erstmals im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes jeweils 202 und 123 Migranten von den griechischen Inseln Lesbos und Chios in die Türkei zurückgeschickt worden.

Weitere Rückführungen gab es zunächst nicht. Als Grund nannten die Behörden, es müssten nun Asylanträge der Migranten und Flüchtlinge bearbeitet werden. Nach Schätzungen des Krisenstabes sind seit der Schließung der sogenannten Balkanroute rund 53 000 Flüchtlinge und Migranten in Griechenland gestrandet.

Nach dem Flüchtlingspakt der EU mit Türkei sollen alle Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, in die Türkei zurückgeführt werden. Ausgenommen sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden.

In der Vergangenheit gab es zum Teil heftige Kritik am Pakt zwischen der EU und der Türkei: Einige Kritiker bezeichneten die vermeintlich willkürlichen Abschiebungen als "inhuman", andere zweifelten die Durchführbarkeit der Maßnahmen an.

Zumindest Letzteres könnte sich als Fehleinschätzung erweisen.

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