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10/04/2016 12:54 CEST | Aktualisiert 10/04/2016 13:05 CEST

Neue Umweltzonen: In diesen Städten droht vielen Autos Fahrverbot

dpa

  • Umweltminister wollen blaue Plakette und neue Umweltzonen einführen

  • Ziel ist die Reduzierung der Schadstoffbelastung

  • Messungen zeigen, welche Städte von den neuen Regelungen betroffen sein könnten

In Stadtbezirken mit besonders schlechter Luft sollen nach dem Willen der Umweltminister schon bald nur noch Autos mit einer blauen Plakette fahren dürfen. Diese soll künftig Fahrzeuge mit geringem Schadstoff-Ausstoß kennzeichnen.

Die Umweltminister der Länder hatten sich angesichts des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei VW zu der Sonderkonferenz entschlossen. Wirksam werden könnte die Verordnung laut Jochen Flasbarth, Staatssekretär im SPD-geführten Bundesumweltministerium, noch in diesem Jahr.

Welche Autos betroffen wären

Die neuen Fahrbeschränkungen sollen für alle Autos gelten, die nicht der Schadstoffnorm Euro 6 entsprechen. Hauptsächlich betroffen wären wohl ältere Diesel-Pkws.

Bundesweit sind gerade einmal 500.000 Diesel-Fahrzeuge mit dem erforderlichen Euro-6-Motor ausgerüstet. Der Rest dürfte künftig also nicht mehr durch die Innenstädte fahren dürfen - laut "Bild am Sonntag" wären 13 Millionen Fahrzeuge betroffen.

Bunderverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) lehnt die geplante Einführung jedoch ab. Die Pläne seien vollkommen unausgegoren und mobilitätsfeindlich, sagte er der Zeitung. "Das Ergebnis wäre ein faktisches Einfahrverbot für Dieselfahrzeuge. Das werde ich nicht akzeptieren."

Wo es die Zonen geben soll

Die neuen Umweltzonen, in denen nur die schadstoffärmsten Autos fahren dürfen, sollen aber kleiner ausfallen als die bisherigen Zonen, für die eine grüne Plaketten nötig ist, sagte Flasbarth. So könnten wirklich nur die Stadtzentren betroffen sein.

Nach Angaben des Umweltministeriums braucht künftig aber kein Autofahrer zwei Plaketten - wer eine blaue habe, dürfe auch in Umweltzonen für grüne Plaketten hineinfahren.

Ob sie die Umweltzonen einrichten, sollen die Kommunen letztlich selbst entscheiden können. Dennoch sind die Probleme in einigen Städten so gravierend, dass sie um neue Umweltzonen wohl nicht herumkommen.

Das sind die Städte, die die Abgas-Richtwerte überschreiten

In folgenden Städten wurden 2015 laut dem Bundesumweltamt zu hohe Jahresmittelwerte gemessen:

Baden-Württemberg

Freiburg

Heilbronn

Karlsruhe

Kehl

Mannheim

Pfinztal

Pforzheim

Reutlingen

Schauinsland

Schramberg

Schwäbische Alb

Schwarzwald

Stuttgart

Tübingen

Ulm

Waldhof

Weil am Rhein

Bayern

Andechs

Ansbach

Aschaffenburg

Augsburg

Bamberg

Burgbernheim

Burghausen

Coburg

Ingolstadt

Kelheim

Kempten

Kleinwallstadt

Lindau

München

Neu-Ulm

Nürnberg

Obernaudorf

Oettingen

Passau

Schwandorf

Tiefenbach

Trostberg

Weiden

Würzburg

Berlin

Stadtteile Mitte, Neukölln, Friedrichshain & Wedding

Brandenburg

Bernau

Blankenfelde

Brandenburg

Cottbus

Eberswalde

Eisenhüttenstadt

Elsterwerda

Frankfurt an der Oder

Hasenholz

Herfelde

Nauen

Neuglobsow

Potsdam

Schwedt

Spremberg

Wittenberge

Bremen

Bremen

Bremerhaven

Hamburg

Hamburg

Hessen

Frankfurt

Fulda

Gießen

Heppenheim

Kassel

Marburg

Wiesbaden

Mecklenburg-Vorpommern

Günzow

Rostock

Schwerin

Niedersachsen

Barbis

Emsland

Göttingen

Hannover

Nordrhein-Westfalen

Bielefeld

Datteln

Dortmund

Duisburg

Düsseldorf

Essen

Gelsenkirchen

Köln

Mönchengladbach

Mühlheim an der Ruhr

Münster

Niederzier

Schwerte

Simmerath

Soest

Unna

Warstein

Wesel

Wuppertal

Rheinland-Pfalz

Bad Kreuznach

Kaiserslautern

Koblenz

Ludwigshafen

Mainz

Neuwied

Pfälzerwald

Speyer

Trier

Westerwald

Worms

Saarland

Saarbrücken

Sachsen

Collmberg

Dresden

Leipzig

Burg

Domäne

Halle

Magdeburg

Unterharz

Weißenfels

Schleswig-Holstein

Bornhöved

Brunsbüttel

Flensburg

Itzehoe

Kiel

Lübeck

Ratzeburg

Thüringen

Erfurt

Greiz

Schmücke

Weimar

Zella-Mehlis

Genaueres zu den Standorten der Messgeräte innerhalb der Städte in der jährlichen Auswertung zur Luftqualität des Bundesunmweltamtes

Mit Material der dpa

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