WIRTSCHAFT
10/04/2016 17:46 CEST | Aktualisiert 10/04/2016 17:50 CEST

Bekommt der Mann, der VW in die Krise stürzte, einen Millionenbonus?

dpa

  • Bei VW gibt es Streit um die Bonuszahlungen für Manager

  • Ehemalige Angestellte des vom Diesel-Skandal erschütterten Konzerns müssten aktiv auf Zahlungen verzichten

Die Aufarbeitung der Abgas-Affäre und der Streit um die Manager-Boni beschäftigen am Montag die Spitze des VW-Aufsichtsrats. Eine abschließende Entscheidung zu den Prämien wird aber nach Informationen von Insidern noch nicht fallen.

Im Gespräch sind bei dem Treffen des Präsidiums Informationen aus Aufsichtsrats-Kreisen zufolge verschiedene Vorschläge zum Umgang damit. Es stünden Ideen zu Kürzungen von 30 Prozent und mehr im Raum. Denkbar sei auch, einen Teil der Boni in eine Stiftung abzuführen.

Auch der frühere VW-Chef Martin Winterkorn hat Anspruch auf einen Millionen-Bonus von Volkswagen, obwohl der Konzern unter seiner Leitung durch den Dieselskandal in eine schwere Krise geraten ist. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Vorstände mussten Streichung der Boni zustimmen

Winterkorns Dienstverhältnis mit VW endet erst Ende dieses Jahres. Deshalb bekommt er auch bis heute sein Gehalt. Winterkorn steht damit sogar eine Erfolgsprämie für das Jahr 2015 zu.

Die Boni sind ein sehr heikles Thema für den kriselnden Konzern. Die Höhe und ein möglicher freiwilliger Verzicht haben im Strudel des Abgas-Skandals auch große öffentliche Signalwirkung. Aber die variablen Vorstandsvergütungen sind vertraglich fest geregelt. Etwaigen Änderungen müssten die Vorstände also erst zustimmen.

VW hatte im September nach Vorwürfen der US-Behörden eingeräumt, in großem Stil Manipulations-Software in Diesel-Autos installiert zu haben. Durch das Betrugsprogramm wird die Abgasreinigung nur im Testmodus voll aktiviert. Im Normalbetrieb ist der Stickoxid-Ausstoß um ein Vielfaches höher.

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