POLITIK
10/04/2016 14:09 CEST | Aktualisiert 10/04/2016 14:19 CEST

Ausschreitungen bei Demonstrationen von Türken in Köln und Hamburg

dpa

  • In mehreren deutschen Städten demonstrierten am Sonntag Kurden und Türken

  • Es kamen weniger Teilnehmer als erwartet

  • Am Rande der Demos kam es zu Ausschreitungen

In mehreren deutschen Großstädten sind am Sonntag Türken und Kurden bei Demonstrationen und Gegendemonstrationen auf die Straße gegangen. Die türkische Gruppe "AYTK" hatte Kundgebungen angemeldet, unter anderem in Köln mit 5000 Teilnehmern. In Frankfurt, Hannover, Nürnberg und Stuttgart waren jeweils bis zu 2000 Menschen angekündigt.

Tatsächlich kamen aber weitaus weniger Menschen. Die Polizei zählte zum Auftakt in Köln knapp 400 Demonstranten. Zeitgleich versammelten sich vor dem Hauptbahnhof etwa 250 vorwiegend kurdische Gegendemonstranten. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz.

In Hamburg protestierten auch linke Gruppen

Auch in mehreren anderen deutschen Städten waren Demonstrationen von Türken und Kurden geplant. In Hamburg kamen laut Polizei rund 1250 Menschen zu einer Demonstration von kurdischen und linken Gruppen, um gegen eine Kundgebung von Türken mit rund 100 Teilnehmern zu protestieren.

In Hannover und Bremen gingen mehrere Hundert Türken und Kurden friedlich auf die Straße. In Frankfurt demonstrierten etwa 300 Türken und 400 Kurden.

In Köln und wohl auch in Hamburg kam es bei den Demonstrationen zu Ausschreitungen:

Die Polizei in Stuttgart rief die türkischen Demonstrationsteilnehmer per Twitter zur Ruhe auf:

AYTK steht Erdogan nahe

Zahlreiche Interessengruppen von Migranten, darunter Kurden und Armenier, werfen der "AYTK" vor, nationalistisch zu sein und der türkischen islamisch-konservativen Regierungspartei AKP nahezustehen. In den Städten sind mehrere Gegenveranstaltungen geplant.

Am Ostersonntag war es in Aschaffenburg zu Krawallen gekommen. Kurden hatten eine Demonstration überwiegend nationalistischer Türken mit Steinen und Feuerwerkskörpern angriffen.

Viele Experten fürchten, dass der Konflikt zwischen Kurden und Türken, der sich in den vergangenen Wochen in der Türkei verschärft hatte, jetzt auch auf Deutschland übergreift.

Zum Hintergrund: "So sorgt Erdogan für Gewalt in Deutschland "- Der kurdisch-türkische Konflikt droht auch auf deutschen Straßen zu eskalieren

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