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10/04/2016 08:27 CEST

Sie zerrte ihren Sohn über die Ziellinie des Kindermarathons - das ist ihre Begründung

Ein Foto des Sportfotografen Manfred Binder löste deutschlandweit Entsetzen aus. Es zeigt mehrere Eltern, die ihre Kinder beim Kindermarathon im österreichischen Linz über die Ziellinie zerren.

Es sieht aus, als hätten die Kinder Schmerzen. Das Bild löste eine Diskussion über den Ehrgeiz von Eltern aus. Es ist nicht schwer zu erkennen, warum.

"Es ist leider nicht das erste Mal, dass wir solche Bilder sehen mussten", sagte Organisator Ewald Tröbinger der Wiener Zeitung "Kurier". "Leider hat der übertriebene und falsche Ehrgeiz der Erwachsenen von Jahr zu Jahr zugenommen."

Er fügte hinzu: "Eigentlich müssten die Kinder vor ihren Eltern und Großeltern geschützt werden."

Was bringt Eltern dazu, sich so zu verhalten?

Die "Bild am Sonntag" hat mit der Mutter gesprochen, die vorne rechts im Bild zu sehen ist. Sie behauptet: "Ich habe meinen Sohn nicht gezerrt, er ist nur gestolpert."

Die 39-jährige Modedesignerin Tatiana Draniceri erklärt, dass sie nur nicht gewollt habe, dass andere Kinder ihren zweijährigen Sohn Nikita umrennen.

Sie sagte aber auch, dass Nikita Medaillen von seinem großen Bruder Roman kenne. "Ich hatte ihm seine eigene versprochen."

Ging es ihr also doch ums Gewinnen?

Draniceri besteht darauf, eine gute Mutter zu sein. Fotograf Binder hat die Ereignisse jedoch anders in Erinnerung:

"Einige (Eltern) rissen von der Mitte bis zur Ziellinie an den Kleinen", sagte er der "Bild am Sonntag".

Immerhin hat die Geschichte auch eine gute Seite: Nachdem international über das Skandal-Foto diskutiert wurde, dürften einige Eltern ihre Einstellung vielleicht überdacht haben.

Die Organisatoren des Kindermarathons haben außerdem angekündigt, dass es das Event 2017 so nicht mehr geben werde.


Mit diesem Video wollen Eltern vor einer lautlosen Todesursache bei Kindern warnen