POLITIK
10/04/2016 08:42 CEST | Aktualisiert 10/04/2016 10:26 CEST

Mysteriöses Flugblatt lässt Flüchtlinge die Grenze in Idomeni stürmen

  • An der griechisch-mazedonischen Grenze ist die Lage eskaliert

  • Hunderte Flüchtlinge versuchten die Grenze zu stürmen

  • Die Polizei reagierte mit Tränengas und Blendgranaten

  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Im griechischen Grenzort Idomeni spitzt sich die Lage erneut zu. Mehrere Hundert Flüchtlinge und andere Migranten versuchten am Sonntagmittag, an verschiedenen Stellen die Grenze zu Mazedonien zu überqueren.

Mazedonische Sicherheitsbeamte wehrten die Menschen mit Tränengas und Blendgranaten ab, wie die Athener Tageszeitung "Kathimerini" berichtete.

Mysteriöses Flugblatt rief zu "Marsch auf Grenze" auf

Bei der Aktion sollen auch Kinder verletzt worden sein. Bestätigt wurde das bisher von den Behörden aber nicht.

Ausgangspunkt für den erneuten Sturm auf die Grenze war demnach ein Flugblatt auf Arabisch, das bereits am Samstag verbreitet worden war. Die mehr als 11.000 Menschen im Elendslager wurden darin aufgefordert, sich am Sonntagmorgen um neun Uhr zu versammeln, um über die Grenze nach Mazedonien zu marschieren, berichtete der griechische Radiosender Athina 984. Wer die Flugblätter verteilt und an Strommasten aufgehängt habe, ist bisher nicht bekannt.

Drei Tote bei ähnlicher Aktion im März

Bereits Mitte März hatte ein ähnliches Flugblatt für einen Sturm auf den Grenzzaun gesorgt. Rund 2000 Flüchtlinge waren damals der Aufforderung gefolgt, einen reißenden Fluss zu überqueren. Drei Menschen waren dabei ertrunken. Wer es nach Mazedonien schaffte, wurde von den dortigen Sicherheitskräften umgehend zurückgeschickt.

Griechische Medien vermuten, dass Aktivisten hinter diesen gefährlichen Aktionen stecken. Die freiwilligen Helfer stehen in Griechenland zunehmend in der Kritik, weil sie zum Teil eigene politische Ziele wie die Grenzöffnung verfolgen.

Auch auf HuffPost:

So viele Flüchtlinge ziehen bereits frustriert vor Gericht

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:


Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.