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09/04/2016 05:03 CEST | Aktualisiert 09/04/2016 07:27 CEST

Ramelow übt harte Kritik an der Linken: "Imitieren AfD"

Bodo Ramelow übt scharfe Kritik an den Linken
Thomas Trutschel via Getty Images
Bodo Ramelow übt scharfe Kritik an den Linken

  • Bodo Ramelow (Linke) geht mit seiner eigenen Partei hart ins Gericht

  • Von seiner Partei fordert er eine klarere Positionierung

  • Zudem kritisierte er Kollegen, die die "Tonlage der AfD zu imitieren" versuchten

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) plädiert als Reaktion auf die Wahlerfolge und hohen Umfragewerte der AfD für Kurskorrekturen seiner Partei.

"Wir müssen endlich die Ängste der Menschen ernst nehmen und uns mit ihnen auseinandersetzen statt sie zu bekämpfen", sagte er der "Thüringer Allgemeinen" (Samstag). Bisher sei das nicht ausreichend der Fall.

Er erkenne kein Profil, das deutlich mache, das sei die Linke. Er sehe nur viele Konzepte und spüre die Wahrnehmung, die Linke gehöre nun auch zum Establishment.

"Inhaltlich klarer positionieren"

"Das hat damit zu tun, dass wir als Partei in der Normalität angekommen sind und zum Beispiel einen Ministerpräsidenten stellen." Er würde sich freuen, wenn sich seine Partei inhaltlich klar positionierte, sagte der Linke-Politiker.

"Sich nur als Opposition gegen alle anderen zu definieren, reicht nicht. Das macht schon die AfD." Ramelow äußerte sich kritisch zu Vertretern seiner Partei, die versuchten, "die Tonlage der AfD zu imitieren".

"Durch schrille Beschreibungen lösen wir keine Probleme"

Dabei griff er auch Bundestagsfraktionschefin Sahra Wagenknecht an. "Rassismus den Nährboden zu entziehen, heißt Fremdenfeindlichkeit ernst zu nehmen und für Zuwanderungskonzepte zu werben", sagte er dazu. "Nicht durch das noch schrillere Beschreiben lösen wir die Probleme, sondern durch gelingende Integration."

Wagenknecht hatte zuletzt in ihrer Partei für heftige Irritationen gesorgt. So erklärte sie, die Linke habe sich zu sehr für den Flüchtlingskurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) "mitverhaften lassen".

Nach dem jüngsten ZDF-"Politbarometer" erreicht die Linke bei der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl sieben Prozent und die AfD zwölf Prozent.

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