POLITIK
09/04/2016 17:07 CEST | Aktualisiert 09/04/2016 18:09 CEST

CDU-Vize Armin Laschet rechnet mit der CSU ab

CDU-Vize Armin Laschet
Getty
CDU-Vize Armin Laschet

  • CDU und CSU sind in der Flüchtlingsfrage zerstritten

  • Jetzt ergreift CDU-Vize Armin Laschet scheinbar Partei für die CSU

Es knirscht zwischen den Bündnispartnern: Gemeinsam bilden CDU und CSU im Bundestag die Union. Doch viel ist von der namensgebenden Einheit nicht zu spüren. Die Schwesterparteien seien "nur noch entfernte Verwandte", sagte Bayerns Finanzminister Markus Söder im Februar.

Grund ist der Zwist um den richtigen Kurs in der Flüchtlingskrise. Deswegen einigten sich beide Seiten kürzlich gar auf ein Krisentreffen. Im schlimmsten Fall könnte es zu einem Bruch in der Fraktion kommen.

"Gemeinsame Politik nicht geringschätzen"

Jetzt mischt sich auch Armin Laschet, Vize-Vorsitzender der Bundes-CDU, in die Debatte ein. Und dabei bezieht er überdeutlich Stellung - scheinbar für die CSU. "Un­se­re Schwes­ter­par­tei soll­te ihre Bei­trä­ge zur ge­mein­sa­men Po­li­tik nicht ge­ring­schät­zen", sagte Laschet dem "Spiegel" und wies darauf hin, dass der erfolgreiche Kurs der Union von "CDU und CSU ge­mein­sam ge­stal­tet" worden sei.

Wichtig ist allerdings die Frage, auf die er damit antwortet: "Man müs­se stär­ker an die kon­ser­va­ti­ve Stamm­kli­en­tel den­ken, um AfD-Wäh­ler zu­rück­zu­ge­win­nen", wird ihm vorgehalten. Denn die CSU klage, dass die CDU zu weit nach links gerückt sei.

Die Union braucht dringend einen Kompromiss

Dann stellt Laschet klar, wer seiner Meinung nach wirklich einen Linksruck vollzogen hat: "Es war ein CSU-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, der aus gu­ten Grün­den die Wehr­pflicht aus­ge­setzt hat. Nach dem Ato­m­un­glück von Fu­kus­hi­ma war es CSU­-Chef Horst See­ho­fer, der als Ers­ter ver­kün­det hat, er wol­le Atom­kraft­wer­ke ab­schal­ten. Und ei­ner der Vä­ter des Euro ist der frü­he­re Fi­nanz­mi­nis­ter Theo Wai­gel."

Der Streit um die richtige Ausrichtung ist also noch lange nicht beendet. Das sollte er aber bald sein. Fehlt es nämlich weiter an einem Kompromiss in der Flüchtlingsfrage, könnte ein Konkurrent die Wortführerschaft übernehmen: die rechtspopulistische AfD.

Auch auf HuffPost:

Abwärtstrend nicht aufzuhalten:

Stern-RTL-Wahltrend: Union stürzt noch weiter ab