LIFE
08/04/2016 12:19 CEST

Forscher warnen: Warum ein Sixpack dem Sexleben schadet

Cristiano Ronaldo zeigt sein Sixpack.
Kai Pfaffenbach / Reuters
Cristiano Ronaldo zeigt sein Sixpack.

Es ist der Gradmesser männlicher Attraktivität: das Sixpack. Und der Preis dafür ist hoch. Nur mit viel Disziplin, Training und einer konsequenten Diät gelingt das Waschbrett. Aber lohnt sich die Schinderei überhaupt? Kann das Sixpack mehr als nur gut aussehen? Forscher sagen Nein. Und sie gehen noch weiter: Das Sixpack kann dem Sexleben schaden – und sogar zu Impotenz führen.

Keine Lust trotz Sixpack

Für Frauen mag ein durchtrainierter Männerbauch äußerst attraktiv sein. Für Männer kann er dazu führen, dass dann weiter unten nichts mehr geht.

Das belegt eine Studie der Universität Cambridge. Ihr Ergebnis: Unterernährung, hohe Gewichtsverluste und ein Körperfettanteil im einstelligen Bereich können negative Auswirkungen auf die Libido und Fruchtbarkeit haben. Was bereits für Fettleibigkeit bewiesen ist, gilt also auch umgekehrt.

Wiegt ein Mann, bezogen auf seine Körpergröße, 25 Prozent unter Durchschnitt, kann die Spermaproduktion zum Erliegen kommen. Jemand, der etwa bei einer Körpergröße von 1,80 Meter weniger als 60 Kilo wiegt – unter Marathonläufern nicht unüblich –, sollte sich regelmäßig vom Arzt checken lassen.

Fett ist lebensnotwendig

Aber nicht nur Dauerläufer, sondern auch Fitness-Athleten oder Bodybuilder sollten gewarnt sein: Ein Körperfettanteil von unter acht Prozent kann zu einer Störung der Libido führen. Der Durchschnitt liegt bei etwa 20 Prozent bei einem 30-jährigen Mann. Leistungssportler haben oft zwischen 10 und 15 Prozent Körperfett und sollten auch nicht unbedingt darunter fallen, um wichtige Körperfunktionen am Laufen zu halten.

Erste Anzeichen für einen zu niedrigen Körperfettanteil können Lustlosigkeit oder Erektionsstörungen sein. Athleten, die sich sehr fettarm ernähren, betrifft dies am ehesten. Vor allem ungesättigte Fette, wie in Nüssen oder Fisch, sind wichtig für die Testosteronproduktion – die letztlich die Libido entfacht.

Wer seine Lust am Akt aufrecht halten möchte, sollte mindestens 30 Gramm Fett pro Tag zu sich nehmen. Bei einem extrem niedrigen Körperfettanteil konzentriert sich der Organismus nur noch auf die notwendige Energieversorgung – zusätzliche Aktivitäten wie Sex verbrennen überlebenswichtige Fettdepots, der Körper verweigert sich.

Der Kampf ums Überleben

Was in der Evolutionsbiologie als „Survival oft the Fittest“ bekannt ist, zeigt hier seine direkte Wirkung: Nicht der „Fitteste“ überlebt im Zweifelsfall, wie oft missverstanden wird, sondern der „Angepasste“. Übertragen auf das Dilemma der Extrem-Sixpacker bedeutet das: Es setzt sich der durch, der noch etwas Energie (Fett) gespeichert hat – weil er noch kann.

Natürlich leben wir nicht mehr in der Steinzeit. Und deshalb sind Männer mit Sixpack sicher nicht vom Aussterben bedroht. Im Gegenteil: ein sportlicher Körper hat durchaus positive Auswirkungen auf das Sexleben. Wie immer ist es eine Frage des Maßes: ein wenig ist gesund, zu viel nicht.

Doch der weit verbreitete Mythos, dass ein Sixpack automatisch mehr Testosteron und Potenz bedeutet, ist somit widerlegt.

Aber die Studie gibt auch Entwarnung für Sixpacker: Wer einen sehr niedrigen Körperfettanteil hat, muss sein Sexleben nicht automatisch abschreiben, oder auf Potenzpillen zurück greifen. Schon eine geringe Steigerung des Körperfetts kann die Produktion der Sexhormone wieder in Gang bringen.

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