POLITIK
08/04/2016 17:41 CEST | Aktualisiert 09/04/2016 06:01 CEST

Ex-Familienministerin Schröder rechnet mit Politik und Macho-Kultur ab: "Die Arroganz regt mich wahnsinnig auf"

Ehemalige Familienministerin Schröder rechnet mit Kritikern ab: "Die Arroganz regt mich wahnsinnig auf"
ullstein bild via Getty Images
Ehemalige Familienministerin Schröder rechnet mit Kritikern ab: "Die Arroganz regt mich wahnsinnig auf"

  • Die ehemalige Familienministerin teilt im Interview gegen ihre Kritiker und die derzeitige Familienpolitik ihrer Partei aus

  • Schröder betonte, sie habe "immer freiheitlich argumentiert"

  • Dies sei - besonders in der Debatte um das Betreuungsgeld - missverstanden worden

Nach der Bekanntgabe ihres Rückzugs aus der Politik rechnet die ehemalige Familienministerin Kristina Schröder (CDU) im Interview mit der "Welt" mit ihren Kritikern ab. Dabei schoss Schröder auch in Richtung der eigenen Partei. Sie kritisiert, die familienpolitischen Debatten seien in Deutschland von "Anmaßung und Arroganz" geprägt.

"In meiner Partei galt jahrelang, dass eine gute Mutter zu Hause bleiben muss"

"In meiner Partei galt jahrelang die Maßgabe, dass eine gute Mutter zu Hause bleiben muss", sagte Schröder. Nun sei die Diskussion dafür in die andere Richtung gekippt: Denjenigen, die sich entscheiden würden, "für ein paar Jahre bei ihren kleinen Kindern zu Hause zu bleiben", werde derzeit pauschal vorgeworfen, veraltete Rollenbilder zu leben.

"Es ist nicht die Aufgabe des Staates, den Familien vorzuschreiben, wie sie zu leben haben", mahnte Schröder an. Die ehemalige Familienministerin hatte sich während ihrer Amtszeit für das Betreuungsgeld starkgemacht, das mittlerweile vom Bundesverfassungsgericht gekippt wurde.

Der Gesetzentwurf sah vor, Eltern eine Sozialleistung zukommen zu lassen, die ihre zwei- bis dreijährigen Kinder zu Hause betreuen, statt in Kindertagesstätten zu geben. Wegen ihres Werbens für die umstrittene Regelung war Kristina Schröder oft als konservativ und reaktionär wahrgenommen worden.

Kritik an der Union

Gegen dieses Bild setzte sie sich nun zu wehr: "Ich habe immer freiheitlich argumentiert", erklärte sie in der "Welt": "Die Anmaßung und Arroganz, wie über Lebensmodelle geurteilt wird, regt mich wahnsinnig auf."

Auch gegen die Union teilte die 39-Jährige aus. Es sei ein Fehler, dass diejenigen, denen Freiheit wichtig seien, in ihrer Fraktion in die Wirtschaftspolitik gingen, statt sich für familien- und frauenpolitische Belange stark zu machen.

Es ist eine harte Abrechnung der ehemaligen Ministerin. Dennoch sei sie "im Reinen mit sich selbst", erklärte sie. Sie habe gewusst, "in welches Wespennest" sie mit ihrer Haltung stoße.

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