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08/04/2016 08:48 CEST | Aktualisiert 09/04/2017 07:12 CEST

Kia Cee'd: Preiswertes Auto mit Mehrwert

Kia
Gelungenes Design, hochwertige Ausstattung: Kia Cee'd

Der Kia Cee'd 1,6 CRDi ist in jeder Beziehung eine Überraschung. Sein europäisches Design ist modern und erscheint hochdynamisch, seine technologische Ausstattung bietet mehr, als man erwartet. Und sieben Jahre Garantie sind ein überzeugendes Argument dafür, dass den Kunden ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis erwartet.

Der Koreaner, geformt und entwickelt im hessischen Rüsselsheim und gebaut in der Slowakei hat alles, was Premiummarken auch haben oder haben sollten: hohe Qualität in jedem Detail. Und wo sich die deutschen Branchengrößen noch zieren, Garantie über die kurzen zwei Jahre hinaus zu gewähren, setzt Kia mit sieben Jahren Garantie (allerdings begrenzt auf 150.000 Kilometer) ein Signal großen Selbstvertrauens in die eigenen Produkte.

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Auch in Sachen elektronische Ausstattung sind die Koreaner auf dem Vormarsch. Nur ein Beispiel: Während sogar Mercedes-Benz nun groß herausstellt, dass man in der neuen E-Klasse das Handy auch kabellos laden kann, ist dieses Feature bei Kia schon lange zu haben. Nur die kabellos ladbaren Smartphones sind noch selten anzutreffen. Es scheint, dass diesmal die Autohersteller ihnen voraus sind.

Auch 136 PS können begeistern

Dass das erst 1965 gegründete Autounternehmen zusammen mit der Schwestermarke Hyundai bereits über sieben Millionen Autos im Jahr verkauft, macht deutlich, wie schnell der mittlerweile fünftgrößte Autokonzern gewachsen ist. Es muss an den Produkten liegen. Der Kia Cee'd 1,6 CRDi jedenfalls hat von Anbeginn unserer Testfahrt Spaß gemacht. Keine Sekunde erschienen uns die 136 PS als untermotorisiert. Das manuelle 6-Gang-Getriebe lässt sich präzise schalten und es macht Spaß, die Motordrehzahl bei Bedarf bis 4.500 Umdrehungen auszureizen. Allerdings ist das gar nicht nötig, denn das Drehmoment des Turbodiesels ermöglicht es, auch im 6. Gang aus dem Drehzahlkeller heraus zu beschleunigen. 136 PS können jedenfalls weit mehr begeistern, als der reine Zahlenwert erwarten lässt. Und fast 200 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit sind völlig ausreichend, um auf jeder Autobahn zügig unterwegs zu sein.

Obwohl also das Schalten Spaß macht und der Fahrer auch noch durch Hinweise im Tacho zum Rauf- oder Runterschalten dazu animiert wird, lässt sich der Kia Cee'd auch schaltfaul fahren. Mit 1500 Touren im 6. Gang ist man immerhin 100 Stundenkilometer schnell, bei Tempo 160 km/h liegen 2.500 Umdrehungen an. Das kommt dem Geräuschkomfort sehr entgegen und ist auf der Autobahn ein entspanntes Reisetempo.

Die Gänge sind sehr gut aufeinander abgestimmt, der 6. Gang ist nicht zu lang ausgelegt, aber noch kurz genug, ihn selbst im Stadtverkehr öfter nutzen zu können. Kein Wunder also, dass sich der Verbrauch trotz ausgiebiger und schneller Autobahnfahrten zwischen 5,7 und 6 Liter Diesel einpendelte. Das ist zwar weit über dem offiziellen Wert von 3,9 Liter, aber angesichts der temperamentvollen Fahrcharakteristik durchaus angemessen. Psychologisch ist es immer wieder eine Wohltat, wenn man nach dem Volltanken auf dem Display eine Reichweite von weit über 800 Kilometer ablesen kann. Dass der Cee'd in der Energie-Effizienzklasse A+ eingeordnet wird, entspricht ganz unserer Erfahrung. Bei über 800 Kilometer mit einem Tank fällt es schwer, an ein Elektroauto zu denken.

Preiswert mit 19 Ausstattungsvarianten

Der Cee'd bietet einen guten Fahrkomfort, wenngleich auf schlechten Straßen der Untergrund deutlich zu spüren ist. Die straffe Federung ist aber kein Manko, sondern vermittelt stets das Gefühl guter Fahrzeugkontrolle. Apropos Komfort: Die von uns gefahrene Spirit-Ausstattung (ab 23.590 Euro) bietet zahlreiche Extras, die andere nur gegen Aufpreis liefern. Von der Rückfahrkamera bis zur Klimaautomatik mit zwei Zonen, eine Kartennavigation inklusive sieben Jahre Update, den Dämmerungssensor, verdunkelte Scheiben ab B-Säule, einen Regensensor und LED-Rückleuchten. Bei den Ausstattungsvarianten verliert man leicht den Überblick, was man wirklich haben sollte. 19 Ausstattungsvarianten vom Emotions- bis zum Technologie-Paket stehen in der Preisliste. Aber keine Angst: Zählt man alle zusammen, liegt man nicht beim Preis eines Kleinwagens wie bei manchem Premiumhersteller, sondern in einem vertretbaren Rahmen, der das Ganze eben wirklich preis-wert macht, also seinen Preis wert ist.

Der Testwagen war unter anderem mit einem heizbaren Lenkrad ausgestattet (sehr wohltuend!), dessen Lenkdrehmoment sich zwischen Komfort, Normal und Sport programmieren lässt. Start-Stopp-System, Geschwindigkeits-Regelanlage, LED Tagfahrlicht usw. waren auch dabei. Viele Extras wie Sitzheizung oder ESP braucht man eigentlich gar nicht mehr erwähnen, weil sie selbstverständlich geworden sind. Nicht selbstverständlich ist es, wenn das Navigationssystem nicht nur einfach zu bedienen ist, sondern auch sehr gut funktioniert. Und zum Beispiel bei Staus eine Umleitung vorschlägt, die sinnvoll ist und nicht nur in einen neuen Stau mündet. Die Verkehrszeichen-Erkennung funktionierte sehr genau, der Spurhalteassistent ist ohne Lenkeingriff eigentlich sinnlos, normale Aufmerksamkeit des Fahrers vorausgesetzt.

Zusammengefasst hat uns der Kia Cee'd 1,6 CRDi nicht nur Spaß gemacht, sondern als Gesamtpaket überzeugt.

Technische Daten Kia Cee'd 1,6 CRD: Viertürige Limousine/Kombi, Länge: 4,50/4,82 Meter, Breite: 1,78 Meter, Höhe: 1,48 Meter, Radstand: 2,65 Meter, Leergewicht: 1.389 Kilogramm, Laderaumvolumen: 528 - 1642 Liter, Tankinhalt: 53 Liter, Motor: Reihenvierzylinder-Diesel mit Turbolader, Hubraum 1591 ccm, Leistung: 136 PS bei 4000 U/min, max. Drehmoment: 280 Newtonmeter bei 1.500 - 3.000 U/min, 0 - 100 km/h: 10,9 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,6 Liter Diesel/100 km, CO2-Emission: 109 g/km, Preis: ab 23.590 Euro.