POLITIK
08/04/2016 08:39 CEST | Aktualisiert 08/04/2016 09:05 CEST

Böhmermann wollte sich von Kanzleramtschef Altmaier helfen lassen

Jan Böhmermann
ullstein bild via Getty Images
Jan Böhmermann

  • Jan Böhmermann hat Kanzleramtschef Peter Altmaier um Hilfe gegeben

  • Altmaier versprach, sich zu melden - blieb jedoch eine Antwort schuldig

Satiriker Jan Böhmermann wollte sich Hilfe von ganz oben holen: In der Affäre um das Schmähgedicht gegen den türkischen Präsidenten Recipo Tayyip Erdogan bat er den Chef des Bundeskanzleramts, Peter Altmaier (CDU), um Unterstützung, wie der "Spiegel" berichtet. Die habe er jedoch nicht bekommen.

Demnach schrieb er Altmaier in einer privaten Twitter-Nachricht die Zeilen: "Ich möchte gerne in einem Land leben, in dem das Erkunden der Grenze der Satire erlaubt, gewünscht und Gegenstand einer zivilgesellschaftlichen Debatte sein kann". Dabei habe er sich allerdings nicht auf seinen Einzelfall bezogen, sondern um "Berücksichtigung meines künstlerischen Ansatzes und meiner Position, auch wenn er streitbar ist", gebeten.

Wieso meldete sich Altmaier nicht zurück?

Auch die Antwort des Kanzleramtschefs ist überliefert. Er wolle sich melden, wenn er am Abend in Berlin sei, habe er Böhmermann wissen lassen. Weitere Nachrichten seien jedoch ausgeblieben.

Dafür könnte es diplomatische Gründe geben: Regierungssprecher Steffen Seibert äußerte sich am Folgetag in einer Pressekonferenz. Er teilte mit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu telefoniert habe. Dabei distanzierte sie sich von dem Satiriker.

Merkel glättete damit offenbar die Wogen. Zuvor hatte es von türkischer Seite geheißen, dass eine Klage gegen das Böhmermann und seinen Sender ZDF erwogen werde. Das war im Anschluss vom Tisch.

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