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07/04/2016 12:15 CEST | Aktualisiert 09/04/2016 13:36 CEST

5 wissenschaftlich belegte Wahrheiten aus „Der kleine Prinz"

Der kleine Prinz wurde am 6. April 1943 veröffentlicht und die Leser lernten den kleinen Helden aus Antoine de Saint-Exupérys bekanntestem Werk kennen. Das Buch erzählt die Geschichte eines Piloten, der, nachdem er mit seinem Flugzeug in der Sahara abstürzt, einen Jungen trifft – den kleinen Prinzen.

Dieser Junge erzählt dem Piloten/Erzähler von seinem Heimatplaneten, einem Asteroiden, und von seinen Reisen zu anderen Welten des Universums. In den acht Tagen in der einsamen Wüste gehen die beiden eine ungewöhnliche Freundschaft ein.

der kleine prinz

Das Buch hat Erwachsene wie auch Kinder überall auf der Welt in den vergangenen 70 Jahren verzaubert und die illustrierten Seiten des Buches wurden in über 250 Sprachen und Dialekte übersetzt. Die Huffington Post France nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, fünf Lebenslehren des kleinen Prinzen hervorzuheben.

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1. Wir müssen wieder zu der Kreativität unserer Kindheit zurückfinden

Der Erzähler des kleinen Prinzen beginnt mit einer Geschichte über seine ersten Zeichnungen, die er als Kind angefertigt hat. Er malte eine Boa Konstriktor, die einen Elefanten verschlungen hat (Zeichnung Nummero 1). Alle Erwachsenen, die sich das Bild ansahen, so erinnert er sich, sahen immer dasselbe: einen gewöhnlichen Hut. Der Erzähler berichtet, dass er seine Leidenschaft für das Zeichnen dann aufgab, bis er den kleinen Prinzen trifft. Der kleine Prinz erkennt sofort, was das Bild darstellen sollte: einen Elefanten in einer Boa Konstriktor.

„Immer, wenn ich jemanden traf, der mir ein wenig schlauer vorkam, zeigte ich meine Zeichnung Nummero 1, die ich mir dafür aufgehoben hatte. Ich wollte wissen, ob er sie verstand. Aber alle antworteten sie nur: »Dies ist ein Hut« Dann wusste ich, dass ich mit diesen Leuten nicht über Boas oder den Dschungel reden konnte. Also stellte ich mich auf sie ein. Mit ihnen sprach ich über Kartenspiele, Golf, Politik und Krawatten. Die großen Leute waren dann immer froh, einen vernünftigen Mann kennengelernt zu haben.“ - Der Erzähler

Lebenslehre: Bewahre dir immer ein bisschen Verrücktheit und Kreativität aus der Kindheit. Erwachsene mögen Zahlen und praktische Ideen, aber sie vergessen dabei, unter die Oberfläche zu schauen, loszulassen und kreativ zu sein. Und wenn sie ihre Neugier verlieren, werden sie passiv.

Was Wissenschaftler sagen: Kreativität und Vorstellungsvermögen sind wichtig für die Gesundheit. Eine Studie des "Journal of Psychology and Music" zeigt, dass Klavierstudenten weniger gestresst sind, wenn sie auf der Bühne improvisieren.

Musik kann außerdem die Wahrnehmung von stimmlich ausgedrückten Gefühlen verbessern, auch das belegt die Studie. Kreative Menschen ähneln dem kleinen Prinzen sehr. Sie sind Tagträumer und suchen nach neuen Erfahrungen, sie stellen die richtigen Fragen.

2. Um die einfachen Freuden des Lebens genießen zu können, sollten wir alles weniger ernst nehmen

der kleine prinz

Auf seinen Reisen zu fremden Planeten erzählt der kleine Prinz, dass er einen sehr ernsten Geschäftsmann getroffen hat. Dieser Mann zählt laufend alle Sterne der Galaxie. Und obwohl er sagt, dass er glücklich sei, weil er sie alle besäße, so ist sein Leben doch einsam und monoton, weil ihm sonst nichts geblieben ist. Er sieht nicht einmal die Schönheit der Sterne.

"Ich verwalte sie. Ich zähle sie und zähle sie immer wieder. Das ist sehr schwierig. Aber ich bin ein sehr ernsthafter Mann!" - Der Geschäftsmann

Lebenslehre: Du solltest für deine Lebensfreude nie Kompromisse eingehen.

Was Wissenschaftler sagen:Viele Studien haben bestätigt, dass nichts die Stimmung so sehr hebt und die Lebensqualität verbessert, wie ein gesunder Lachanfall. Im Jahr 2014 fanden Forscher der Loma Linda University in Kalifornien heraus, dass Menschen, die öfter lachen, ein besseres Kurzzeitgedächtnis haben und weniger gestresst sind. Andere Studien, wie zum Beispiel eine Studie der University of Maryland, zeigen, dass Sinn für Humor vor Herzkrankheiten schützt.

3. Der Schlüssel zum Glück: sich Zeit für sich selbst nehmen

Der kleine Prinz berichtet, wie er auf dem fünften Planeten einen weiteren interessanten Charakter trifft. Auf diesem Planeten dauert jeder Tag nur eine Minute. Der Laternenanzünder muss jede Minute jede Laterne des Planeten ausschalten, nur um sie dann eine Minute später wieder anzuschalten. Er hat keine Zeit zu schlafen oder sich auszuruhen.

"Und jetzt macht er in jeder Minute eine Umdrehung, ich komme nicht eine Sekunde zur Ruhe. Ich drehe und wende mich einmal in jeder Minute!" - Der Laternenanzünder

Lebenslehre: Man muss jeden Moment genießen. Man muss das Leben genießen.

Was Wissenschaftler sagen: Ärzte können es nicht genug betonen: Schlafmangel ist eine Katastrophe für die Gesundheit. Ein Leben wie ein Laternenanzünder in "Der kleine Prinz" zu führen, kann zu einem erhöhten Diabetes-, Schlaganfall- und Krebsrisiko (bestimmte Arten) führen. Auch Herzerkrankungen werden begünstigt. Auch gesteigerter Appetit, Stimmungsschwankungen und Gedächtnisprobleme sind auf Schlafmangel zurückzuführen.

Die negativen Auswirkungen von Schlafmangel sind vielzählig. Neben ausreichend Schlaf ist es zudem wichtig, sich Zeit für sich zu nehmen, wie beispielsweise mit einer Auszeit von der Arbeit. Es besteht kein Zweifel daran, dass der Laternenanzünder in unserer heutigen Zeit einen Burn-Out erleiden würde.

4. Wir müssen den Mut haben, Neues zu entdecken

Auf dem sechsten Planeten seiner Reise trifft der kleine Prinz einen alten Herrn, der dicke Bücher schreibt. Der kleine Prinz hält den Herrn zunächst für einen Entdecker, muss dann aber feststellen, dass es sich um einen Geographen handelt, der sein Büro noch nie verlassen hat.

„Nicht der Geograph geht die Städte, Flüsse, Seen, Meere und Wüsten zählen. Der Geograph ist zu wichtig, um durch die Welt zu streifen. Er verlässt sein Büro nie.“ – Der Geograph

Lebenslehre: Wir neigen dazu, unsere Komfortzone nicht zu verlassen. Das ist einfacher, als Risiken einzugehen. Aber wir sollten unsere Zeit auf der Erde nutzen und Neues ausprobieren, die Welt bereisen und viele interessante Menschen treffen.

Was Wissenschaftler sagen: Es gibt Millionen Gründe, unsere Komfortzone zu verlassen, viele davon sind wissenschaftlich belegt. Die Angespanntheit, die man angesichts einer Herausforderung verspürt, kann sogar zu mehr Effizienz führen, so Psychologen. Und sich an Herausforderungen anzupassen hilft uns dabei, im Alter geistig fit zu bleiben, das besagt eine Studie aus dem Jahr 2013.

5. Es ist besser, unser Herz wählen zu lassen

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Der kleine Prinz ist verliebt in eine Rose seines Heimatplaneten. Eine Rose, die allen anderen Rosen, die er auf der Erde sieht, gleicht. Aber seine Rose ist einzigartig, denn er hat sie ausgewählt. Sie ist einzigartig in der Welt, so der Fuchs, denn der Prinz hat sich die Zeit genommen, sich ganz ihr zu widmen.

"Hier ist mein Geheimnis. Es ist sehr einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" - Der Fuchs

Lebenslehre: Der kleine Prinz steht für Spontanität. Im Gegensatz zu anderen denkt er instinktiv, mit dem Herzen. Dem Fuchs zufolge kann man nur so die Dinge sehen, die wirklich zählen.

Was Wissenschaftler sagen: Laut einer Studie, die im Jahr 2012 im Journal of Organizational Behaviour and Human Decision Processes veröffentlicht wurde, führt eine instinktive Entscheidungsfindung zu gleichen oder sogar besseren Ergebnissen, als eine analytische Herangehensweise. Unsere Intuition hilft, die Entscheidungen auszubalancieren. Sie überbrückt die Lücken zwischen Instinkt und Verstand, so Cholle Francis, Autor von "The Intuitive Compass".

"Der kleine Prinz" enthält eine Vielzahl von Lebenslehren. Aber um noch mehr zu lernen, musst du den kleinen Prinzen schon selbst fragen. Wenn du seinen Planeten besuchst, kannst du ihn gar nicht verfehlen: Er schaut sich den Sonnenuntergang an, zusammen mit der Blume, die er liebt.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Huffington Post France, wurde dann ins Englische und von Cornelia Lüttmann ins Deutsche übersetzt.

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