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07/04/2016 10:19 CEST | Aktualisiert 08/04/2017 07:12 CEST

Jonas Jonasson: Macht Mörder Anders dem "Hundertjährigen" Konkurrenz?

Jonas Jonasson meldet sich mit

Starautor Jonas Jonasson meldet sich mit einem neuen Buch zurück: Nach "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" und "Die Analphabetin, die rechnen konnte" erscheint nun "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" (carl's books, 352 Seiten, 19,99 Euro).

Darum geht's

"Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" von von Jonas Jonasson finden Sie hier

Dass Jonasson ein Faible für spezielle Helden hat, bewies er schon in den beiden Vorgängerwerken: In seinem neuen Buch geht es um Johan Andersson alias "Mörder-Anders". Mit Mitte 50 ist er nach etlichen langen Gefängnisaufenthalten wieder auf freiem Fuß, plant, "in Zukunft so wenig Morde wie möglich zu begehen", sucht einen neuen Job und neue Freunde. Er trifft auf die arbeitslose Pfarrerin Johanna Kjellander, die nicht an Gott glaubt. Und zuvor schon auf den Rezeptionisten seiner billigen Absteige, Per Persson, der sein ganzes Unglück auf seinen Großvater schiebt.

Zusammen gründen sie eine "Körperverletzungsagentur" mit Mörder-Anders in der Rolle des Auftragsschlägers. Die Nachfrage läuft blendend. Bis Mörder-Anders sich plötzlich für Gott interessiert und friedfertig werden will. Auch dafür gibt es schließlich die passende Lösung und Anders wird zum modernen Messias. Allerdings haben es noch ein paar Unterwelt-Bosse auf ihn abgesehen...

Hype um Allan Karlsson

Es sind also wieder ungewöhnliche Figuren, die das neue Werk von Jonas Jonasson bevölkern. Aber einen Allan Karlsson können weder Mörder-Anders noch seine Kollegen vom Thron stoßen. Der tollpatschige, sorglose und liebenswerte Held aus "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" hat nicht nur das gesamte 20. Jahrhundert heimlich still und leise durcheinandergewirbelt, sondern vor allem die Herzen von Millionen Lesern weltweit erobert.

Dabei schrieb Jonasson den "Hundertjährigen", der so viele Menschen zum Lachen brachte, in einer schwierigen Phase seines Lebens. Der schwedische Journalist und ehemalige Inhaber einer eigenen Medien-Consulting-Firma hatte ein Burnout, dazu kam die gescheiterte Beziehung zur Mutter seines Sohnes. "Ich betrete eine andere Welt, wenn ich schreibe. Ich glaube, Distanz zu sich selbst ist der Schlüssel zu allem", sagte der Autor vor kurzem im Interview mit dem Magazin "Stern". Mit dem "Hundertjährigen" habe er "versucht, die Sorglosigkeit meiner Jugend wiederzufinden. Mein erster Held, Allan Karlsson, ist ein politischer Idiot. Er ist gefährlich. Aber er ist so, wie ich gerne wäre: vollkommen sorglos".