NACHRICHTEN
07/04/2016 19:01 CEST

Bundespräsident Gauck: "Habe Lügenpresse erlebt"

Bundespräsident Joachim Gauck
JOHANNES EISELE via Getty Images
Bundespräsident Joachim Gauck

  • Bundespräsident Joachim Gauck kann die Ressentiments gegenüber der Politik nicht nachvollziehen

  • Auch pauschale Vorwürfe gegen die Medien kritisierte er scharf

Bundespräsident Joachim Gauck kritisiert die Ressentiments vieler Deutschen gegenüber Politikern und den Medien.

"Ich kann den ungeheuren Verdruss gegenüber der politischen Klasse nicht verstehen", sagte Gauck am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion zum Thema Integration in Berlin.

"Da herrscht Freude an Dummheit"

Die Debatte in sozialen Netzen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise sei "zum Teil unerträglich". Allerdings sei das in anderen Ländern ähnlich.

Scharfe Kritik übte Gauck auch an pauschalen Vorwürfen ausländerfeindlicher Gruppen gegen die Medien: "Da herrscht Dummheit und da herrscht auch eine Freude an Dummheit", sagte der Bundespräsident.

"Ich habe 50 Jahre als Person erlebt, was Lügenpresse ist". Deshalb könne er nicht schweigen zu diesen Vorwürfen.

Gauck reagiert damit auf eine Argumentationstaktik, die besonders unter rechten Gruppierungen beliebt zu sein scheint: Nämlich Fakten, die durch die Regierung oder Medien veröffentlicht wurden, pauschal als verfälscht abzutun.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Berichterstattung über Flüchtlingskrise: So rechnet Horst Seehofer mit ARD und ZDF ab