POLITIK
07/04/2016 04:13 CEST | Aktualisiert 07/04/2016 06:04 CEST

FDP blamiert sich mit Holocaust-Vergleich auf Twitter

Jetzt hat auch die FDP einen "Mausrutscher"-Skandal
Thomas Trutschel via Getty Images
Jetzt hat auch die FDP einen "Mausrutscher"-Skandal

  • Die FDP unterstellt dem österreichischen Außenminister Nazi-Methoden auf ihrem offiziellen Twitter-Kanal

  • Und findet eine sonderbare Ausrede: Der Tweet sei angeblich aus Versehen von einem "Dienstleister" veröffentlicht worden

Jetzt hat auch die FDP ihren "Mausrutscher"-Skandal. Auf dem offiziellen Twitter-Account tauchte ein Tweet auf, der dem österreichischen Außenminister Sebastian Kurz in der Flüchtlingspolitik Nazi-Methoden unterstellt. Das berichtet das Portal "Jetzt.de".

Das ist passiert:

Die CSU-Politikerin Dorothee Bär twitterte am gestrigen Morgen:

Die Antwort der Liberalen folgte prompt. Sie ist allerdings nur noch als Screenshot zu sehen, da sie rasch gelöscht wurde.

"Was braucht er heute, um einer humanen europäischen Flüchtlingspolitik in den Rücken zu fallen? Güterwaggons?", twitterte @fdp an die Adresse von Bär und Kurz. Es ist eine Anspielung an die Viehwaggons, mit der Juden im Dritten Reich in die Konzentrationslager gefahren wurden.

fdp

Der Vergleich zwischen der Flüchtlingspolitik Österreichs und dem Holocaust ist nicht nur geschmacklos, sondern verwundert auch aus einem anderen Grund: Schließlich hatte die FDP die Entscheidungen Österreichs in der Regel begrüßt.

Die Partei löschte den Tweet umgehend und distanzierte sich:

Angeblich soll also ein "Dienstleister" den Fehler begangen haben.

Das erinnert an den "Mausrutscher" der AfD-Politikerin Beatrix von Storch. Sie hatte auf Facebook die Frage, ob sie an der Grenze auf Flüchtlinge schießen lassen würde, mit "Ja" beantwortet. Später sagte sie, sie sei nur mit der Maus "ausgerutscht".

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