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07/04/2016 14:44 CEST | Aktualisiert 07/04/2016 14:47 CEST

De Maizière zu EU-Türkei-Pakt: "Müssen ein paar harte Bilder aushalten"

De Maizière
ullstein bild via Getty Images
De Maizière

  • Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält den EU-Türkei-Pakt weiterhin für den "richtigen Ansatz"

  • Man müsse in den nächsten Wochen deshalb "ein paar harte Bilder" aushalten, so der Politiker

Bilder verzweifelter Familien vor Grenzzäunen und junger Männer, die auf Pappkarton geschriebene Hilferufe in die Kameras halten - All das müssen die Deutschen laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière in nächster Zeit "aushalten".

Im Gespräch mit Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland wies er die Kritik am Flüchtlingsabkommen zwischen der EU und der Türkei am Donnerstag klar zurück.

"Unser Ansatz ist richtig"

"Auch wenn wir jetzt einige Wochen ein paar harte Bilder aushalten müssen, unser Ansatz ist richtig", so de Maizière. Mit der Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland in die Türkei werde den Schleppern das Geschäftsmodell entzogen.

Zwar brauche Griechenland bei der Umsetzung der neuen Regeln noch eine Eingewöhnungszeit. Jeder Flüchtling, der einen Asylantrag stelle, solle aber von den griechischen Behörden ein individuelles Verfahren bekommen.

Der Pakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass alle Flüchtlinge, die nach dem 20. März illegal von der Türkei nach Griechenland übergesetzt sind, zwangsweise zurückgebracht werden können.

Rückführungen könnten am Freitag weitergehen

Am vergangenen Montag waren die ersten etwa 200 Flüchtlinge von den griechischen Inseln Lesbos und Chios in die Türkei zurückgeschickt worden. Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Vorgehen scharf und sprechen von rechtswidrigen und unmenschlichen Massenabschiebungen.

Am Montag waren aus den Häfen der Inseln Lesbos und Chios die ersten 202 Migranten im Rahmen des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes zum türkischen Hafen Dikili gebracht worden.

Die Rückführungen könnten am Freitag wieder beginnen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der griechischen Küstenwache am Donnerstag. Ein Sprecher der Regierung wollte diese Information auf Anfrage am Donnerstagabend weder bestätigen noch dementieren.

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