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06/04/2016 15:52 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 18:09 CEST

Trumps Trotz-Reaktion auf seine Niederlage in Wisconsin

  • Cruz und Sanders gewinnen Vorwahl in Wisconsin

  • Sie zeigen, dass das Rennen noch nicht endgültig entschieden ist

  • Trump reagiert unprofessionell

48 Prozent der Stimmen konnte der Gewinner der republikanischen Vorwahlen in Wisconsin gestern abräumen. Nur: diesmal triumphierte nicht wie in letzter Zeit üblich Donald Trump, sondern sein bibeltreuer Parteikonkurrent Ted Cruz. Trump kam auf 35 Prozent der Delegierten, der als gemäßigte geltende Pragmatiker John Kasich erreichte 14 Prozent.

Donald Trump, der bisher 21 der 35 Vorwahlen für sich entschied und als kaum mehr einholbar gilt, reagierte auf diese Niederlage so wenig diplomatisch oder gemäßigt wie auf eigentlich alles. Christopher York von der britischen "Huffington Post" erinnert sein Wutanfall eher an ein trotziges Kind, das "seine Rassel aus dem Kinderwagen" geworfen hätte.

Trump beschuldigt Cruz, seine Nominierung zu "stehlen"

Seine Kampagnenleitung veröffentlichte ein bissiges Statement: "Ted Cruz ist schlimmer als eine Puppe - er ist ein trojanisches Pferd, das von den Parteibossen benutzt wird, um die Nominierung von Mr. Trump zu stehlen." Für York ist das eine Bilderbuchlektion, wie man klar nicht mit Würde verliert.

Der Verlust bei der Wahl in Wisconsin ist für Trump die Krönung der bislang schlechtesten Phase seiner Kampagne. In der vergangenen Woche verprellte er wohl vor allem viele seiner Wählerinnendurch seine Positionen in der Abtreibungsdebatte. Auch entlarvte die "Washington Post" in einem ungekürzten Interview mit dem Unternehmer, wie wenig er insbesondere von Außenpolitik oder sachlich korrekter Argumentation versteht. Das Fazit der Tageszeitung: "bizarr". Und auch die republikanischen Wähler scheinen sich die Frage nach der Tiefe von Trumps hass- und angstschürenden Politik zu stellen.

Donald Trump als größtes Übel für viele Parteifunktionäre

Seit sich herauskristallisierte, dass Donald Trump zum Spitzenreiter der Vorwahlen avancierte und die Lieblinge der Parteimitte wie Marco Rubio nur wenig Anklang bei den Wählern fanden, vereinen sich die Parteivertreter hinter allen, die nicht Donald Trump heißen. Sogar Ted Cruz, dessen Unterstützung viele Republikaner noch vor Kurzem ablehnten, erscheint für manche nun immerhin als das kleinere Übel. Der Texaner ist wie Trump eher im rechten Parteiflügel anzusiedeln.

Cruz zeigte sich optimistisch und kampflustig nach seinem Sieg in Wisconsin. Über soziale Netzwerke verkündete er: "Heute Nacht ist ein Wendepunkt."

Hillary Clinton, die sich gestern in der sechsten Vorwahl in Folge von Bernie Sanders geschlagen geben musste, reagierte da wesentlich würdevoller. Über Twitter gratulierte sie ihrem Konkurrenten, der bisher 16 der 36 Staaten für sich gewann:

Ihrer Kandidatur können sich also beide bisherigen Spitzenreiter Clinton und Trump also noch nicht ganz sicher sein - ihre Konkurrenten verringern den Abstand. Nur ihre Reaktionen auf diese Bedrohung könnten unterschiedlicher kaum sein.

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