WIRTSCHAFT
06/04/2016 07:45 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 09:05 CEST

Warum Rewe jetzt auf vegane Lebensmittel setzt

Warum Rewe jetzt auf vegane Lebensmittel setzt
dpa
Warum Rewe jetzt auf vegane Lebensmittel setzt

  • Rewe setzt künftig mehr auf vegetarische und vegane Produkte

  • Es ist auch eine Reaktion auf den Preiskampf mit dem Discounter Aldi

Der Einzelhandelsriese Rewe rechnet im laufenden Jahr mit einer Fortsetzung des von den Discountern Aldi und Lidl ausgelösten Preiskampfes im Lebensmittelgeschäft.

Aldi nimmt zusätzlich zu seinen Eigenmarken mehr und mehr Markenartikel ins Angebot - oft zu Preisen deutlich unter dem üblichen Marktniveau. Der Erzrivale Lidl reagierte darauf seinerseits mit massiven Preisaktionen. Die Grenzen zwischen Vollsortimentern und Discountern verschwimmen.

Rewe zieht daraus für sich die Schlüsse:

  • Mitmachen im Preiskampf: Auch Rewe werde sich den Rotstift-Aktionen nicht entziehen können, sagte Konzernchef Alain Caparros am Dienstag in Köln.
  • Ausbau des Online-Angebots: Erweitern will Rewe außerdem sein Online-Angebot. Man sei hier Vorreiter in Deutschland und könne mit dem eigenen Lieferservice bereits rein rechnerisch rund 30 Millionen Verbraucher in 75 Städten erreichen. Zwar liege der Anteil des Onlinehandels am Gesamtumsatz mit Lebensmitteln in Deutschland bislang erst bei 0,8 Prozent - doch rechnet Rewe mit einem kontinuierlichen Wachstum des Marktes.
  • Ausbau des Sortiments: "Wir werden im Sortiment Trends wie Regionalität, Convenience, Vegetarisch und Vegan weiter ausbauen und stärken", kündigte der Konzernchef Alain Caparros an. Auch bei Obst, Gemüse oder frischem Fleisch wolle das Unternehmen attraktiver werden.

Nach eigener Auskunft gibt es in den 3300 Rewe-Märkten unter dem Namen "Rewe Bio" derzeit 14 vegane Produkte. Außerdem 35 Produkte, die gekühlt werden müssen - überwiegend Convenience-Essen. Manche Supermärkte platzieren veganes Essen möglichst gebündelt, andere verteilen sie zwischen andere Lebensmittel, um auch Kunden, die nicht gezielt danach suchen, zum Kauf zu animieren.

Rewe hält den Preiskampf bislang aus

2015 war für Rewe Caparros zufolge ein "sehr erfolgreiches Jahr". Dem langjährigen Sorgenkind des Unternehmens - der deutschen Discount-Tochter Penny - gelang nach umfangreicher Sanierung die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Die Rewe-Supermärkte in Deutschland steigerten ihre Umsätze trotz des Preiskampfs der Discounter laut vorläufigen Zahlen um 5,5 Prozent. Die Rewe-Touristiksparte, zu der unter anderem die Reiseanbieter Dertour, Jahn-Reisen und ITS gehören, verbuchte auch dank der Übernahme des europäischen Reiseveranstalter-Geschäfts des Schweizer Kuoni-Konzerns ein Umsatzplus von 10,4 Prozent.

Auch der Start ins neue Jahr verlief gut. Sowohl die Rewe-Supermärkte als auch die Discount-Tochter Penny konnten ihre Umsatze weiter steigern. Ein schwieriges Jahr erwartet Caparros dagegen für die Tourismus-Sparte. Die komplette Reisebranche spüre die Verunsicherung durch die Terroranschläge der vergangenen Monate, sagte er.

Auch auf HuffPost:

Auch Aldi betroffen: Stiftung Warentest enthüllt mangelhafte Olivenöle