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06/04/2016 10:40 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 10:44 CEST

Was mit deinem Körper passiert, wenn du jeden Tag ein Nickerchen machst

Schafende Frau
Creatas Images via Getty Images
Schafende Frau

Egal, ob wir gerade im Büro arbeiten oder uns zu Hause um unsere Kinder kümmern – wir sehnen ihn uns nachmittags sehnlichst herbei: Den Mittagsschlaf. Einfach nur mal kurz hinlegen und ausruhen. Eine halbe Stunde würde schon reichen.

Aber viele verzichten darauf – oft nicht ganz freiwillig. Denn Arbeit, Kinder und Haushalt müssen erledigt und versorgt werden. Und wer hat da schon Zeit, sich kurz hinzulegen?

Dabei zeigen immer mehr Studien, dass es angebracht ist, umzudenken – ein kurzes Nickerchen hat nachgewiesenermaßen viele positive Auswirkungen auf unseren Körper.

1. Ein Mittagsschlaf steigert unsere geistigen Fähigkeiten

Eine Studie der University of California, Berkeley, legt nahe, dass ein Nickerchen unsere kognitiven Fähigkeiten verbessert: Sie ließen die 39 Teilnehmer einige Lernübungen machen und teilten sie dann in zwei Gruppen. Eine Gruppe der Teilnehmer durfte einen 90-minütigen Mittagsschlaf halten, während die andere Gruppe wach blieb.

Um 18 Uhr mussten die Teilnehmer noch einmal ähnliche Übungen durchführen. Die Gruppe, die Mittagsschlaf halten durfte, schnitt dabei signifikant besser ab.

2. Auch Kinder lernen besser

Forscher der University of Massachusetts haben eine ähnliche Studie mit 40 Kindern im Alter zwischen drei und fünfeinhalb Jahren durchgeführt. Sie ließen die Kinder ein Kartenspiel spielen, das dem beliebten Memory ähnelt und die Gedächtnisleistung fordert.

Die Kinder durften das Kartenspiel zweimal spielen und eine Gruppe durfte zwischen den beiden Durchgängen ein Nickerchen machen, während die andere Gruppe wach gehalten wurde.

Auch hier schnitt die Gruppe, die schlafen durfte, besser ab. Die besten Leistungen erbrachten die Kinder die auch abseits der Studie regelmäßig einen Mittagsschlaf hielten. Die Forscher glauben, dass durch das Nickerchen die Lerninhalte im Gehirn besser verarbeitetet werden können. Sie hoffen nun, dass ihre Erkenntnisse näher erforscht und auch von Schulen beachtet werden.

3. Ein Nickerchen schützt unser Herz

Eine Studie der Harvard School of Public Health (HSPH) mit 24 000 Probanden ergab, dass die Teilnehmer, die mindestens dreimal die Woche länger als eine halbe Stunde Mittagsschlaf hielten, seltener an Herzkrankheiten starben. Das könnte daran liegen, dass ein Nickerchen blutdrucksenkend wirkt.

4. Es stärkt das Immunsystem

Eine durchwachte Nacht erhöht das Risiko, dank eines schlechter arbeitenden Immunsystems an Infektionen zu erkranken. Offensichtlich kann ein Nickerchen die negativen Auswirkungen einer schlaflosen Nacht wieder gut machen: Dieses Ergebnis präsentierte Brice Faraut von der Université Paris Descartes-Sorbonne Paris Cité. Er schrieb in einem Statement:

"Unsere Daten zeigen, dass ein 30-minütiges Nickerchen die hormonellen Auswirkungen einer Nacht schlechten Schafs rückgängig machen kann. Das ist die erste Studie, die zeigt, dass der Mittagsschlaf die Biomarker (Parameter) für ein gesundes Immunsystem auf ein normales Level zurückbringen kann.“

5. Wir sind besser beim Sport

Eine kleine Studie der Liverpool John Moores University legt nahe, dass ein halbstündiges Nickerchen bessere sportliche Leistungen nach sich zieht. Die Forscher empfehlen Athleten deshalb, immer genug zu schlafen oder ein Nickerchen einzulegen, um bessere Ergebnisse zu erzielen.

Die renommierte Harvard-University empfiehlt auf ihrer Webseite, beim Nickerchen darauf zu achten, dass man nicht zu lange schläft. Schon 20 bis 30 Minuten können unseren Körper entspannen und die Kraftspeicher wieder auffüllen. Der ideale Ort für ein Mittagsschläfchen ist bequem, dunkel und leise. So könnt ihr euch am besten ausruhen.

"Fühlt euch nicht schuldig! Ein gut getimtes Nickerchen macht euch für die Arbeit und zu Hause produktiver“, schreibt die Harvard-University.

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