POLITIK
06/04/2016 02:36 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 11:27 CEST

So reagiert der ARD-Chef auf von Storchs Gebührenverweigerung

Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch
Axel Schmidt / Reuters
Die stellvertretende AfD-Vorsitzende Beatrix von Storch

  • Beatrix von Storch weigert sich, Rundfunkgebühren zu zahlen

  • Der ZDF-Chefredakteur nennt dieses Verhalten "paradox"

  • Er weist daraufhin, dass von Storch regelmäßig öffentliche Sender benutze, um Werbung für sich zu machen

Die stellvertrende AfD-ChefinBeatrix von Storch weigert sich hartnäckig, Rundfunkgebühren zu zahlen. Dieses Verhalten nennt der ARD-Chefredakteur Thomas Baumann "paradox“ - schließlich benutze sie den öffentlich-rechtlichen Rundfunk regelmäßig für ihre Selbstdarstellung.

Der "Bild" sagte Baumann: "Es ist schon paradox, dass Frau von Storch sich einerseits weigert, ihren Rundfunkbeitrag zu bezahlen, andererseits aber gerne Einladungen in unsere Sendungen annimmt und diese als Bühne nutzt.“

"Werden Aufklärung von ihr einfordern"

Weiter kündigte Baumann an, Von Storch in künftigen ARD-Sendungen journalistisch mit diesem Thema zu konfrontieren: "Wenn Frau von Storch wieder einmal Gast in einer unserer Sendungen sein sollte, dann behalten wir uns vor, sie auf diesen Widerspruch anzusprechen und Aufklärung von ihr einzufordern“, sagte der ARD-Chefredakteur der "Bild".

Auch das ZDF erklärte, die AfD-Politikerin gegebenenfalls auch trotz ihrer Weigerung, ihren Rundfunkbeitrag zu zahlen, in ihre Talk-Sendungen einzuladen.

Eine ZDF-Sprecherin sagte der "Bild": "Bei der Einladung von Gästen gehen wir ausschließlich nach journalistischen Kriterien vor. Es spielt dabei grundsätzlich keine Rolle, wie diese sich gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk äußern.“

Von Storchs Konto wurde gepfändet

Von Storch hatte zuvor auf Facebook mitgeteilt, dass ihr Konto gepfändet worden sei, weil sie sich weigere, Rundfunkgebühren zu zahlen.

Wenn es dabei bleibt und die Kontopfändung nicht ausreicht, die offenen Gebührenforderungen auszugleichen, drohen weitere Zwangsmaßnahmen.

Gebühren-Verweigerin sitzt in Erzwingungshaft

Dazu gehört auch die sogenannte Erzwingungshaft, die bis zu sechs Monate andauern kann. In der sitzt gerade Sieglinde Baumert. Die Frau aus Sachsen weigert sich seit drei Jahren, Rundfunkgebühren zu zahlen. Seit Anfang Februar sitzt sie deswegen im Gefängnis. Inzwischen wurde sie aber entlassen.

Im Netz hat sich jetzt eine breite Unterstützergemeinde formiert - zu der auch von Storch gehört.

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