POLITIK
06/04/2016 09:17 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 09:34 CEST

"Er will einen Führer-Staat": AfD-Aussteiger spricht über Höckes geheimen Plan

Bjoern Hoecke, spokesperson of the right-wing Alternative for Germany (AfD) party of  Thuringia, attends the party congress in Hannover, November 28, 2015.REUTERS/Axel Schmidt
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Bjoern Hoecke, spokesperson of the right-wing Alternative for Germany (AfD) party of Thuringia, attends the party congress in Hannover, November 28, 2015.REUTERS/Axel Schmidt

  • AfD-Aussteiger verrät, was AfD-Mann Björn Höcke mit seiner Partei vorhat

  • Der Plan von Höcke sei es, einen "Führer-Staat" zu errichten

Oskar Helmerich machte früher Wahlkampf für die AfD – mittlerweile ist er ausgestiegen und sitzt als Parteiloser in der SPD-Fraktion des Stadtrats in Erfurt. Jetzt warnt er vor seiner ehemaligen Partei – und ihrem Thüringer Chef Björn Höcke.

Im Interview mit "Focus Online“ erklärte Helmerich, dass Höcke einen "Führer-Staat" plane. "Er predigt vom angeblichen ‚kranken Deutschland‘, von einem ‚Zusammenbruch‘, und wähnt sich dabei auf ‚Mission‘“, sagte der AfD-Aussteiger und verglich seine ehemalige Partei indirekt mit der NSDAP.

Auch diese habe "demokratische Freiräume genutzt", um Macht zu bekommen und die Freiräume dann selbst abzuschaffen. Höcke strebe eine Abschaffung der Demokratie und eine "vollständige Änderung der Gesellschaft" an.

Vom Wahlerfolg geschockt

Helmerich zeigte sich bestürzt über den Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Hier war die "Alternative für Deutschland“ im März aus dem Stand auf 24 Prozent gekommen. "Ich hätte mir nie vorstellen können, dass es so schnell so schlimm kommen könnte“, sagte Helmerich.

Die AfD habe bereits lange vor dem Abgang von Bernd Lucke, der mittlerweile die Partei Alfa gegründet hat, "faschistoide Tendenzen“ gezeigt. Mit ihren Thesen und Parolen versuche man vor allem Arbeitslose zu erreichen. "Doch gerade diese Menschen würden eine böse Überraschung erleben, wenn künftig Leute wie Höcke oder Poggenburg das Sagen habe“, warnt Helmerich.

Bereits mehrere Experten haben in der Vergangenheit auf die Widersprüche zwischen der AfD-Wählerschaft und ihrem Parteipropgramm aufmerksam gemacht.

"Faschistoide Persönlichkeit"

"Viele ihrer Wähler werden noch bitter enttäuscht sein, wenn die AfD irgendwann einmal an die Regierung kommen sollte", sagte etwa der renommierte Passauer Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter. Die Partei- und Wahlprogramme der Rechtskonservativen stünden "in massivem Gegensatz zu den Interessen vieler ihrer Anhänger“.

Der Insider Helmerich berichtete, er habe Höcke als "eher verschlossenen" Menschen kennengelernt. Jetzt unterstellt er dem thüringischen Parteichef eine "faschistoide Persönlichkeit“.

Schon häufiger war Höckes Auftreten und seine Rhetorik mit der von Joseph Goebbels verglichen worden. Erst kürzlich versendete eine unbekannte Gruppe unter dem Kampfnamen "AfD Armee Fraktion“ Drohmails an Politiker, die sie mit dem Gruß "Heil Höcke“ unterschrieben hatte. Höcke reichte darauf Klage ein, weil er sich verunglimpft fühlte.

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