LIFE
05/04/2016 10:05 CEST | Aktualisiert 17/01/2018 11:15 CET

Wenn dir dieses Video unangenehm ist, bist du mir unangenehm

Er mustert dich aufmerksam, als du dich mit deinem Buch neben ihn an die Reling stellst. Du fängst an zu lesen, aber du kannst dich nicht konzentrieren und schaust zu ihm hinüber. Er ist jung, sieht gut aus und er lächelt dich jetzt an, sagt "Hey". Ihr flirtet miteinander.

Die darauf folgende Liebesgeschichte von "Get up Australia", einer australischen Kampagnen-Seite, wird komplett aus der Sicht des Menschen erzählt, der sich in den jungen Mann verliebt. Dabei nimmt die Kamera die Ego-Perspektive ein und gibt dir, dem Zuschauer, damit das Gefühl, seinen Platz einzunehmen.

Er wird vor dir auf die Knie fallen

Du wirst den Mann, der dich vom Lesen abgehalten hat, also näher kennenlernen, mit seinen Freunden feiern, in den Urlaub fahren und die Eltern besuchen. Ihr werdet euch streiten, wieder vertragen - und einfach zusammen leben und lieben. Bis er vor dir auf die Knie fällt und dir einen Heiratsantrag macht.

In diesem Moment gewinnt die Kamera das erste Mal Abstand. Sie zoomt heraus, damit der Zuschauer die gesamte Szenerie betrachten kann und du siehst den anderen Protagonisten, aus dessen Augen du den Mann immer betrachtet hast: Einen anderen jungen Mann.

Liebe macht keine Unterschiede

Mit diesem Video will die Plattform "Get up Australia" dazu aufrufen, endlich die Ehe von Homosexuellen in Australien gleichzustellen. Die Botschaft ist klar: Liebe macht keine Unterschiede - nur das Gesetz.

Dieses Thema spielt ebenso in Deutschland eine große Rolle: Auch bei uns sind gleichgeschlechtlichen Ehen juristisch nicht gleichgestellt - das betrifft beispielsweise das Adoptionsrecht.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: