POLITIK
05/04/2016 16:17 CEST | Aktualisiert 05/04/2016 16:54 CEST

Weil Flüchtlinge kommen, zeigen die ach so feinen Hamburger ihr wahres Gesicht

Arnt Haug / LOOK-foto

  • Anwohner von Hamburg Blankenese sabotieren den Bau einer Flüchtlingsunterkunft

  • Die Unterkunft könnte erst mit einem halben Jahr Verzögerung gebaut werden

  • Der Fall zeigt, dass Fremdenfeindlichkeit tief im Bürgertum angekommen ist

Es sollte ein neues Zuhause in Hamburg-Blankenese für 192 Flüchtlinge werden – doch weil die Anwohner die Bauarbeiten sabotierten, müssen die Schutzsuchenden wohl noch länger auf eine Unterkunft warten. Das berichtet der NDR.

Nur mal so: Der Stadtteil ist einer der wohlhabendsten in ganz Deutschland. Hier gibt es keine Massenarbeitslosigkeit, rechte Gewaltausschreitungen und überbordenden Alkoholismus wie zum Beispiel in Teilen Sachsens. Hier ist das Spießbürgertum zu Hause. Der Fall zeigt, wie tief die Abneigung gegen Ausländer im Bürgertum angekommen ist.

Als am Dienstagvormittag Baumfällarbeiten beginnen sollten, um eine Fläche für die neun Holzpavillions zu schaffen, blockierten Anwohner mit ihren Autos absichtlich die Straße, so dass es nicht mehr möglich war, mit der Rodung von 42 Bäumen zu beginnen. Die Lastwagen konnten die zugeparkte Fahrbahn nicht mehr passieren.

Bau könnte ein halbes Jahr länger dauern

Das Bezirksamt Altona sah sich so gezwungen, die Fällarbeiten zu stoppen, auch weil Anwohner einen Anwalt eingeschaltet hatten. Die Unterkünfte sollten eigentlich bis Ende Juni fertiggestellt werden. Sollten die Fällarbeiten bis zum Wochenende nicht fortgeführt werden können, verfällt die Sondergenehmigung der Behörden und so könnte es ein halbes Jahr länger dauern, bis Flüchtlinge die Pavillions beziehen können.

Gewalttätiger Protest und Vandalismus

Doch das ist noch nicht alles. Die Gegner der Flüchtlingsunterkunft sollen auch zu gewalttätigeren Mitteln gegriffen haben. Der Betreiber der künftigen Wohnungen sagte dem NDR, dass einer Biologin, die Bäume für die Rodung markierte, die Farbspraydose aus der Hand gerissen wurde, um wahllos 200 bäume zu markieren.

Die Anwohner von Hamburg-Blankenese wollen wohl unter sich bleiben - und beweisen, dass nicht nur Sachsen der Schandfleck Deutschlands ist.

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