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05/04/2016 07:13 CEST | Aktualisiert 05/04/2016 14:26 CEST

"Stoppt Tierversuche! Nehmt Türken!"

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"Stoppt Tierversuche! Nehmt Türken!"

Eine andere Methode, sich der Stimmung im Land zu nähern, ohne zu verreisen, ist das Netz. Man muss nicht einmal das Haus verlassen, um zu sehen, was Sache ist. Ich zum Beispiel treibe mich gern im Netz herum, und eine meiner bevorzugten Websites ist "Politically Incorrect", kurz "PI".

PI postet am 29. September 2010:

"Cem Gülay ist ein Vorzeigetürke in Deutschland. So etwas wie die geistige Elite mohammedanischer Migranten, denn er begeht nicht nur Verbrechen, sondern schreibt auch darüber. Aufgewachsen in Hamburg, Gymnasium mit Abitur, dann, na ja, etwas im Türken-Milieu abgerutscht, aber letztendlich mit seinem autobiografischen Buch Türken-Sam doch noch zum Liebling des Rotweingürtels geworden.

Dort wo man am edlen Wilden eben auch besonders das etwas Wilde schätzt. Jetzt erhebt der Türken-Sam warnend die Stimme: Wenn die Deutschen weiterhin Menschen wie Thilo Sarrazin Meinungsfreiheit gewähren, könnte das ein böses Ende nehmen. Denn bald schon sind die Immigranten in der Überzahl, und dann gibt es Tote und Verletzte. Der persische islamkritische Blog Tangsir, immer einen Besuch wert, entdeckte das Videodokument."

Die Top 12 der Liebkosungen


Der unbekannte Autor dieser erhellenden Zeilen bezog sich dabei auf eine Aufnahme des ZDF während der Frankfurter Buchmesse 2009. Dies war im Jahr vor Erscheinen des Buches von Thilo Sarrazin. Das Video konnte sich also gar nicht auf Sarrazins Thesen beziehen, es sei denn, man würde mir hellseherische Fähigkeiten attestieren. Ich finde diesen Kommentar sehr lustig.

Vor allem die weiteren Kommentare, die er auf der Website (welche sich ja nicht zuletzt deshalb Politically Incorrect nennt, weil sie für sich beansprucht, die "unbequeme" Wahrheit auszusprechen) nach sich zog. Es waren immerhin 327. Viel Feind, viel Ehr. Ich habe mir einmal den Spaß gemacht, eine Hitliste zusammenzustellen. Meine Top Twelve der Liebkosungen, mit denen mich die Kommentatoren auf PI bedacht haben:

  • 12. Lächerlicher Wurstzipfel (durchaus schmeichelnd)
  • 11. Ziegenbürster (etwas derb, aber oho)
  • 10. Schmieriger asozialer Migrant (auf jeden Fall die unbequeme Wahrheit, werde in Zukunft weniger Schuhpaste verwenden, versprochen)
  • 9. Ein Gesicht wie ein Romika-Schuh (Ich mag es, weil man sich noch an die Werbung des Romika-Schuhs erinnert: "Reintreten und sich wohl fühlen.")
  • 8. Türken-Bimbo (finde ich ein wenig schwach, aber na gut).
  • 7. Türkischer F...unfall (Sehr gut: Das F-Wort politisch korrekt nur angedeutet)
  • 6. Anatolische Hackfresse. (Der Verfasser dieser Wortschöpfung sieht wohl aus wie Brad Pitt)
  • 5. Alimentierter Penner (Hier fehlt mir noch ein bisschen der xenophobische Bezug, aber das nächste Mal wird's bestimmt besser)
  • 4. Anatolisches Machomännchen (Auch ganz gut: hier der Versuch, den aggressiven, cholerischen Südländer mit der Verniedlichungsform zu reizen)
  • 3. Anatolischer Inzuchtbolzen. (Noch etwas holzschnittartig, aber nicht uncharmant)
  • 2. Stoppt Tierversuche! Nehmt Türken! (Vorbildlich! Eigene Gedankenleistung, witzig, originell)
  • Und hier ist die absolute Nummer eins der Top-Twelve-Türken-Sam-Liebkosungen:

  • 1. Na super Türken-Cem, der ewig missverstandene, superinteragierte Süpertürk.
  • Grandios! Wortspiel gepaart mit superkomplizierter Botschaft und Sprachverballhornung. Der Mann ist Kenner des türkischen Glücksrads: Ey Alter, isch kauf ein "ü" - Treffer, Treffer, Treffer ... Ich muss sagen, ich war begeistert. Und ich bin sogar ein bisschen stolz: Wer es auf Deutschlands beliebtester Hass- Website zu 327 Kommentaren bringt, kann nicht alles im Leben falsch gemacht haben. Irgendwie scheint das Buch ja doch einen Nerv zu treffen.

    An dieser Stelle: Seid bedankt für die zahlreichen lieben Zuschriften, ihr habt alle einen festen Platz in meinem Herzen. Es sei hier noch zu erwähnen, dass ich mich schon längst persönlich und auf der Website bedanken wollte, aber: Meine Kommentare und Antworten wurden auf der Meinungsfreiheit über alles liebenden Website nicht freigeschaltet. Einen dieser Kommentare möchte ich hier noch herausgreifen, weil ich damals tatsächlich einen Lachkrampf bekommen habe (und dazu muss ich prinzipiell sagen: Ich habe weder bei Kajar Jana, Fatih Cevikoglu noch bei Bülent Celan oder irgendeinem anderen Comedian derart gelacht wie bei PI). 29. September 2010, 17.29 Uhr:

    "Ich möchte den ganz kleinen anatolischen Machomännchen mal empfehlen, die Motorhaube von ihrem durch Hartz IV, Drogengeld und Handy abziehen finanzierten krassen 3er-BMW zu öffnen, einige Minuten schweigend hineinzuschauen und darüber nachzudenken, zu welcher Sorgfalt, Akribie und Leistungsentfaltung wir ach so schwächlichen, verschwulten ›Kartoffeln‹ doch fähig sind. Auch sein durch Inzucht minder leistendes Gehirn müsst ihm dann irgendwann sagen, dass es bestimmt nicht gut ausgeht, wenn diese Sorgfalt, Akribie und Leistungsentfaltung mal dazu benutzt werden könnte, unliebsame Schmarotzer wie ihn aus dem Land zu schaffen.

    Da kann er noch so viel ›Kick Box‹ machen und mit dem Messer herumfuchteln, wir haben Technik! Als Vorbereitung empfehle ich schon mal: Expedient homemade firearms: The 9 mm Submachine Gun; P. A. Luty (Man braucht KEINE Drehbank!). Es dauert nicht mehr lange, dann hat der erste Bio-Deutsche die Schnauze voll und macht Goetz."

    Den Verweis des Autors am Ende seines Beitrags muss man, trotz aller Klassik, für den Unkundigen erklären. In einem Wikipedia-Eintrag über besagten Bernhard Goetz heißt es:

    "Bernhard Bernie Hugo Goetz, geb. 1947 in Queens, New York City, wurde bekannt als der Subway Vigilante, als er am 22. Dezember 1984 in der New Yorker U-Bahn auf vier Afroamerikaner schoss, die ihn berauben wollten. In New York wurde er zu einer Symbolfigur für einen Bürger, der angesichts der extrem hohen Kriminalität zu dieser Zeit zur Notwehr gezwungen war."

    Der Mann outet sich in seiner Botschaft nicht nur als philosophischer Zeitgeist, wehrhafter Held und Meister des Türkenslangs (und ich möchte ihm zurufen: Prima, mach isch disch Urban!), sondern auch als BMW-Ingenieur und ausgewiesener Waffenkenner. Zudem muss dem Manne recht gegeben werden: Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hatten tatsächlich die Schnauze voll und mindestens neun dieser alimentierten Penner und Messer fuchtelnden Machomännchen aus dem Leben verholfen - durchaus mit einer gewissen "Sorgfalt, Akribie und Leistungsentfaltung".

    Man weiß (Stand November 2011) von neun Morden und schätzt, dass weitere bisher ungeklärte Fälle auf das Konto der neonazistischen Terrorzelle gehen. Diese Terrorzelle stammt aus Thüringen. Ist ja auch kein Wunder bei dem ganzen Terror, den die Türkenhorden in den neuen Bundesländern seit jeher verbreiten. Gesundes Volksempfinden nennt man das.

    Dieser Beitrag ist ein Auszug aus "Kein Döner Land - Kurze Interviews mit fiesen Migranten" Hier könnt ihr das Buch kaufen.

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    Cem Gülay/Helmut Kuhn: Kein Döner Land.

    Kurze Interviews mit fiesen Migranten.

    © 2012 dtv Verlagsgesellschaft, München.

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