POLITIK
05/04/2016 11:37 CEST | Aktualisiert 05/04/2016 12:22 CEST

Hamburger Edeka verkauft rechtes Magazin "Compact" - angeblich nicht aus Absicht

Hamburger Edeka verkauft rechtes Magazin - angeblich nicht aus Absicht
dpa
Hamburger Edeka verkauft rechtes Magazin - angeblich nicht aus Absicht

  • Ein Edeka-Markt in Hamburg hat das rechte Magazin "Compact" verkauft

  • Inzwischen ist das Heft offenbar aus dem Sortiment genommen worden

„Das muss dieser Rechtsruck sein, von dem alle reden“, twittert der Journalist Benjamin Laufer. Und postet darunter ein Foto, das dem Post nach in einem Edeka-Markt in Hamburg-Altona entstand:

Es zeigt eine Ende März erschienene Sonderausgabe des rechten Magazins „Compact“ im Verkaufsständer. Ein Heft über die angebliche Zensur in Deutschland.

Patrick Gensing, ebenfalls Journalist, kommentierte auf Twitter trocken: „Der Hammer ist wirklich, dass die Leute Zensur brüllen - und es gibt das Magazin sogar im Supermarkt.“

„Compact“, das ist übrigens jenes Magazin, dessentwegen zwei Polizeibeamte in Thüringen kürzlich zwangsversetzt wurden. Weil sie das Magazin gut sichtbar in einem Polizeiwagen drapiert hatten, im Rahmen einer AfD-Kundgebung in Jena.

Edeka nimmt "Compact" offenbar wieder aus dem Regal

Ein Verkäufer des Edeka-Marktes bestätigte der Huffington Post, dass das Magazin verkauft wurde – jetzt soll es aber aus den Regalen verschwunden sein.

Auf Twitter postete Journalist Laufer ein Statement, das er offenbar von Edeka bekommen hatte. Darin heißt es, es sei keine Absicht gewesen, man entschuldige sich und bedanke sich, offenbar für den Hinweis.

In der Edeka-Zentrale heißt es auf Anfrage, die Firma distanziere sich von jedem rechten Gedankengut. Weitere Fragen will Edeka im Lauf des Dienstags beantworten. Der Hamburger Marktleiter war für eine Anfrage bis zur Veröffentlichung nicht zu erreichen.

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