ELTERN
06/04/2016 01:07 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 03:53 CEST

Ein erschütterndes Foto sagte alles über den kranken Ehrgeiz von Eltern

In Linz haben Eltern bei einem 40-Meter-Lauf ihre Kinder durchs Ziel gezerrt

  • Jetzt ist eine Diskussion entbrannt: über falschen Ehrgeiz

Das Foto eines Sportfotografen löste Entsetzen in sozialen Medien aus. Ehrgeizige Eltern zerrten im österreichischen Linz mehrere drei- bis vierjährige Kinder an der Hand ins Ziel. Einige Eltern zogen ihre Kinder dabei so heftig am Arm, dass es ihnen Schmerzen zu bereiten scheint. Das Bild spricht für sich selbst.

Wie die Wiener Zeitung "Kurier" berichtete, sollten die Kleinen beim "Juniormarathon" eine rund 40 Meter lange Laufstrecke bewältigen.

"Man müsste Kinder vor ihren Eltern schützen"

Das Eltern-Kind-Gezerre, abgelichtet von einem Sportfotografen, sei in sozialen Netzwerken bestürzt mit "total falscher Ehrgeiz", "fassungslos" und "da stellen sich mir die Nackenhaare auf" kommentiert worden.

Organisator Ewald Tröbinger meinte demnach, es sei nicht das erste Mal, dass es zu solchen Bildern komme. Er organisiert seit 14 Jahren den Linz Marathon. Dabei hat er schon viel gesehen.

Dazu passend: Eltern, hört auf, den Lehrern eurer Kinder an allem die Schuld zu geben

"Leider hat der übertriebene und falsche Ehrgeiz der Erwachsenen von Jahr zu Jahr zugenommen", sagt Tröbinger. Er ist selbst Marathonläufer und hat drei Töchtern. "Linz ist leider kein Einzelfall. Eigentlich müssten die Kinder vor ihren Eltern und Großeltern geschützt werden", sagt er.

Der Fotograf Manfred Binder sagte der Zeitung "Der Standard", er sei zufällig im Zielbereich des Juniormarathons gewesen und habe zu seiner Kamera gegriffen. Auf anderen Fotos seien die Kinder an den Händen der Eltern einen halben Meter hoch durch die Luft. "Da wollten die Eltern gewinnen. Die Kinder haben geweint."

Veranstalter zweifeln am Kinder-Marathon

Auch auf Facebook äußerte sich die Veranstalter: "Unser Ziel ist es mit dem Juniormarathon, die Kinder zum Laufen zu bringen und ihnen Freude an der Bewegung zu schaffen."

Die Platzierung sollte dabei eigentlich nicht im Vordergrund stehen. "Wir arbeiten allerdings auch hier an einer Lösung, um allen Kids ein lustiges Lauffest zu bieten."

Ob die Kinder-Veranstaltung am Rande des Linz-Marathon, an dem am Sonntag mehr als 20.000 Läufer teilnahmen, auch 2017 stattfindet, soll nun überlegt werden.

Mit Material der dpa

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