POLITIK
05/04/2016 07:34 CEST | Aktualisiert 06/04/2016 12:11 CEST

Grünen-Bundestagspolitiker Dieter Janecek fordert deutschlandweites Verbot von neuen Benzin- und Dieselfahrzeugen (Exklusiv)

Dieter Janecek fordert deutschlandweites Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen
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Dieter Janecek fordert deutschlandweites Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen

  • Grünen-Politiker will Neuwagen mit Verbrennungsmotor verbieten

  • Ab 2025 sollen nur noch Autos mit Strom- oder Wasserstoffantrieb zugelassen werden

  • Auch der LKW- und Schiffsverkehr soll umgestellt werden

Es ist ein radikaler Vorschlag, der unser Land völlig verändern würde. Der Grünen-Bundestagspolitiker und wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag Dieter Janecek spricht sich für ein Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2025 aus.

Der Huffington Post sagte er: "Die Bundesregierung muss den Mut haben, nach der Energie- auch eine Mobilitätswende durchzusetzen. Um eine Innovationsdynamik in Gang zu setzen und dem Mobilitätsmarkt eine klare Richtung zu geben, sollte Deutschland sich ab dem Jahr 2025 bei der Neuwagenzulassung vom Verbrennungsmotor verabschieden."

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Es handelt sich also nicht um ein Verbot aller Benzinfahrzeuge, die Behörden sollen ab 2025 nur keine neuen Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotor mehr zulassen.

"Nur so bleiben wir Weltmarktführer"

So radikal der Vorschlag klingt - in Norwegen und auch in den Niederlanden wird ein Ende für Autos mit Verbrennungsmotor längst diskutiert. Janecek schwebt dabei ein Verfahren vor, wie es auch Norwegen umsetzen will:

"Ab 2025 sollten nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zugelassen werden dürfen, die etwa durch einen Elektromotor oder eine Brennstoffzelle betrieben werden", sagte Janecek der Huffington Post.

janecek

Janecek sieht seine Idee auch als Voraussetzung, dass die deutsche Autoindustrie international konkurrenzfähig bleibt. "Nur so bleiben wir bei der Entwicklung der Mobilität der Zukunft Weltmarktführer und sichern langfristig Arbeitsplätze", sagt er. In Deutschland hängt beinahe jeder siebte Arbeitsplatz von der Autoindustrie ab.

Der deutschen Industrie würden in naher Zukunft relevante Absatzmärkte für den Verbrennungsmotor wegbrechen. So sei China drauf und dran, durch Gesetze und Verordnungen sowie mittels einer gezielten Industriepolitik, den Absatz von E-Autos in den deutlich sechsstelligen Bereich pro Jahr voranzutreiben.

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Hunderttausende neue Ladesäulen

Dabei soll der Umstieg im Jahr 2025 auf die umweltfreundliche Mobilität nicht plötzlich kommen. Mehrere Maßnahmen sollen den Umstieg laut Janecek vorbereiten:

  • Die Zahl der Ladestationen soll bis 2025 von jetzt 3.000 auf rund 500.000 steigen.
  • Außerdem soll eine Treibstoffsteuer von zwei Prozent auf den Preis für herkömmlichen Sprit aufgeschlagen werden. Die Steuer würde bis 2025 jedes Jahr um zwei Prozent erhöht.
  • Die Einnahmen aus der Steuer fließen in den Ausbau der Infrastruktur für Elektro- und Wasserstofffahrzeuge, aber auch in den Ausbau des Radverkehrsnetzes.

Aber der Vorschlag von Janecek betrifft nicht nur den Verkehr auf den Straßen. Analog zu den Vorstellungen der Norweger sollten auch in Deutschland bis Ende des nächsten Jahrzehnts alle Schiffe im Kurzstreckenverkehr auf Biokraftstoff umgestellt werden - oder eben ganz ohne Emissionen auskommen.

Der Lieferverkehr wird von dieser Änderung ebenso betroffen sein, alle schweren Lieferwagen müssen elektrifiziert unterwegs sein. Für Schwerverkehr wird die Regelung etwas aufgeweicht: Angestrebt wird, dass Dreiviertel der neu zugelassenen Fernreisebusse und die Hälfte der Lastkraftwagen ab 2025 einen umweltfreundlichen Antrieb haben.

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