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04/04/2016 08:53 CEST | Aktualisiert 12/04/2016 16:11 CEST

Sonnensystem: Unser Zuhause im Universum

Das Sonnensystem in einer Illustration
Jens Karlsson via Getty Images
Das Sonnensystem in einer Illustration

  • Es ist durch den Urknall entstanden, wie die Erde auch.

  • Aber: Die Sonne wird immer heißer - und das zerstört irgendwann das Sonnensystem.

Wo sind wir eigentlich? Eine korrekte Antwort auf diese Frage lautet: in unserem Sonnensystem. Doch hebt man nachts den Blick gen Himmel und sieht die vielen Sterne funkeln, mag uns der bloße Begriff des Sonnensystems nicht weiter helfen.

Um sich vorzustellen, was das für ein Ort ist, an dem wir leben, muss man etwas tiefer in das über Jahrhunderte erarbeitete Wissen der Astrophysik einsteigen.

Mathematik, Chemie und Physik: Ein paar Erklärungshilfen

Zunächst eine kurze Antwort auf die berechtigte Frage, woher man überhaupt wissen soll, wie unser Sonnensystem entstanden ist.

Es war ja schließlich keiner dabei und es gibt auch keine alten Dokumente aus der Zeit vor unserem Sonnensystem. Aber:

  • Durch unsere neuen Beobachtungsmethoden können wir analysieren, aufzeichnen und vergleichen wie andere Sterne entstehen und vergehen. Da die Sonne sich nicht anders als andere Sterne verhält, kann man diese Beobachtungen übertragen.
  • Zieht man dann noch die Mathematik mit ein, kann das Rechnen und Datieren unseres Entstehen beginnen. Abgesehen von den Vergleichsbeobachtungen, können wir die Bausteine des Universums direkt untersuchen.
  • Die chemische Zusammensetzung von Gasen wie Helium, Wasser- und Sauerstoff zum Beispiel. Genauso können wir unsere physikalischen Kenntnisse über Bewegung und Mechanik für unsere Erklärungen heranziehen.
  • Grundlegend ist zum Beispiel das Trägheitsgesetz der Dynamik. Es besagt, dass eine geradlinig-gleichförmige Bewegung von einem punktförmigen Objekt sich stetig fortsetzt – außer eine andere Kraft bremst sie ab.

Mit diesen Hilfen kann die Entstehung des Sonnensystems erklärt werden.

Big Bang Theory: Wie ist unser Sonnensystem entstanden?

Man geht davon aus, dass vor etwa 13,8 Milliarden Jahren aus einer ursprünglichen Singularität Materie, Raum und Zeit gemeinsam entstanden sind. Der sogenannte Urknall.

Unser Sonnensystem ist an einem ruhigen Fleck der Milchstraße entstanden. Nicht aus dem Nichts, sondern aus einer kosmischen Gas- und Staubwolke. Die wurde durch die Explosion von einem oder mehreren Sternen in Bewegung gebracht – eine Super Nova.

So entwickelte sich die Wolke zu einem riesigen Strudel in Form einer flachen rotierenden Scheibe. Alle Teilchen sind dort in Bewegung gewesen, so wie alles in Bewegung ist, bis es durch eine andere Kraft abgebremst wird.

Die Masse konzentrierte sich in der Mitte der Wolke und das Zentrum wurde immer heißer. Bis es zu einer Kernschmelze kam und es entstand die Sonne. Das ist etwa 4,7 Milliarden Jahre her.

Für alle, die sich diese Entstehung im Detail anschauen möchten, eignen sich verschiedene Dokumentationen. So auch jene von N24:

Was umfasst das Sonnensystem?

Aus den anderen Klümpchen in der Gaswolke entstanden dann die Planeten, wie wir sie heute kennen:

  • Unter ihnen sind vier irdische Planeten: Merkur, Venus, Erde und Mars.
  • Und vier Gasriesen: Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.

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Außer ihnen befinden sich in unserem Sonnensystem Billionen von Asteroiden und Kometen sowie einige Zwergplaneten. Alle kreisen um unseren Stern: die Sonne. Sie ist der Hauptmasse-Anteil unseres Sonnensystems.

Um sie dreht sich alles: die Sonne

Der leuchtende Gasball stellt 99,86 Prozent der Gesamtmasse dar und ist 300.000 mal so schwer wie die Erde. Dass unser Sonnensystem seit 4,5 Milliarden Jahren beinahe so geregelt funktioniert wie ein Uhrwerk, garantieren die Trägheit der Planeten und die Schwerkraft der Sonne.

Die Anziehungskräfte bewirken die Translation, die Umkreisung der Planeten um den Stern und die Rotation, die Bewegung um die eigene Achse.

Sowie wahrscheinlich alles, was wir kennen, wird auch irgendwann das Sonnensystem aufhören zu existieren. Denn das System verläuft nicht periodisch, sondern chaotisch.

Und irgendwann ist es weg, das Sonnensystem

In den nächsten sechs Milliarden Jahren wird die Sonne immer heißer werden, bis die Kruste von der Erde schmelzen wird. Sie wird wachsen und wachsen. In diesem Stadium wird sie Roter Riese genannt.

Irgendwann werden die äußeren Schichten komplett abgestoßen und ein planetarischer Nebel bildet sich um die Sonne. Dieser dehnt sich aus und die Sonne schrumpft zu einem weißen Zwerg. Als dieser wird sie noch einige Milliarden Jahre vor sich hin glühen bis sie ganz erlischt.

Ob das Verschwinden unseres Sonnensystems die Milchstraße stören wird, darf bezweifelt werden. Ein kleiner Fleck wird erstmal dunkler und wer weiß, was dann geschieht.

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