POLITIK
04/04/2016 18:16 CEST | Aktualisiert 05/04/2016 09:00 CEST

Das sind die wichtigsten deutschen Namen auf der Panama-Liste - bis jetzt

Formula One -  Australia Grand Prix - Melbourne, Australia - 19/03/16 - Mercedes F1 driver Nico Rosberg during a press conference after qualifying at the Australian Formula One Grand Prix in Melbourne.   REUTERS/Brandon Malone
Brandon Malone / Reuters
Formula One - Australia Grand Prix - Melbourne, Australia - 19/03/16 - Mercedes F1 driver Nico Rosberg during a press conference after qualifying at the Australian Formula One Grand Prix in Melbourne. REUTERS/Brandon Malone

  • Mehrere Namen von Deutschen auf der Panama-Liste sind bekanntgeworden

  • Unter den ertappten Kunden sind Bordellbetreiber und Firmenvorstände

  • Mehrere weitere Namen könnten demnächst bekannt werden

Wer dachte, dass Deutsche von den Panama-Enthüllungen verschont blieben, täuschte sich gewaltig. Heute legte der Recherche-Verbund um die “Süddeutsche Zeitung” mit eindrucksvollen Zahlen nach.

Mehrere Tausend Deutsche haben sich demnach an den Briefkastenfirmen der Kanzlei Mossack-Fonseca beteiligt. Zudem seien 28 deutsche Banken in den die mutmaßlich betrügerischen Geschäfte verwickelt, berichtet die Zeitung.

Sie schreibt: “Bundesverdienstkreuzträger, Bordellkönige, Spitzenmanager, ein ganzes Bataillon von Adligen, Immobilienverkäufer - sie alle nutzen Briefkastenfirmen, die von der Kanzlei Mossack Fonseca (Mossfon) aus Panama gegründet wurden.” Auch die Aufsichtsräte großer deutscher Firmen seien verwickelt, außerdem eine bekannte Millionärsgattin und Society-Lady.

Einige Namen sind bereits öffentlich, andere wird die “SZ” vermutlich in den kommenden Tagen publik machen. Nach aktuellem Wissensstand stehen nachweislich diese sechs Deutschen in den Panama-Papieren.

1. Formel-1-Fahrer Nico Rosberg

Wie der NDR berichtet, soll Nico Rosbergs Mercedes-Rennstall einen Vertrag mit der Firma "Ambitious Group Limited" auf den Britischen Jungferninseln abgeschlossen haben.

rosberg

Dem Unternehmen, das von der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca verwaltet wird, gehören zwei weitere Firmen mit Sitz auf der britischen Kanal-Insel Jersey. Laut dem Bericht soll Mercedes die "Fahrer-Dienste" Rosbergs über die Ambitious Group vermarktet haben. Sie ist laut NDR bei derselben Adresse registriert wie Hunderte andere Unternehmen, die von Mossack Fonseca verwaltet werden.

Rosberg möchte sich zu den Vorwürfen nicht äußern. Auch Daimler nimmt nur knapp dazu Stellung. Die “Ambitious Group” sei nicht Teil der Unternehmensgruppe, zitiert der NDR eine Sprecherin. Man wollte sich jedoch nicht dazu äußern, ob man die Verbindungen zu der Firma geprüft habe.

2. Hannovers Ex-Trainer Tayfun Korkut

Der ehemalige Trainer von Hannover 96 bezog sein Gehalt während seiner Zeit als Spieler von Real Sociedad (2000 bis 2003) offenbar über eine Offshore-Firma - und vorbei an den spanischen Behörden.

Demnach übertrug Korkut seine Bildrechte an die eigens dafür eingerichtete Bahamas-Gesellschaft "Redway Limited", deren wirtschaftlich Berechtigter er war.

tayfun

Diese Gesellschaft verkaufte die Rechte am selben Tag wieder zurück an den Verein - für 3,4 Millionen D-Mark. Auch Korkut war für nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

3. Privatagent Werner Mauss

“Er gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten Deutschlands”, schreibt die “SZ” - der Privatdetektiv Werner Mauss. Er besaß offenbar zwölf Offshore-Firmen unter dem Tarnnamen Claus Möllner. Gegenüber der “SZ” sagte er, dass ihm nicht alle gehören würden - und er manche privat, manche im Rahmen seiner Detektivtätigkeit genutzt habe. Alle seien bei den Behörden gemeldet, schreibt die “SZ”.

4. Bayern-LB-Banker Gerhard Gribkowsky

Über eine Firma namens “Valper Holdings” sollen an den Ex-Bayern-LB-Banker Gerhard Gribkowsky Millionen geflossen sein, die von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone stammten.

gribkowsky

Gribkowsky war 2012 wegen Korruption und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Manager hatte von Formel-1-Chef Bernie Ecclestone beim Verkauf der Landesbank-Anteile an der Rennserie 44 Millionen Dollar eingesteckt.

5. Millionenbetrüger Helmut Kiener

Auf der Liste findet sich auch der Name Helmut Kiener. Er hatte rund 5.000 Anleger um ihre Ersparnisse gebracht und wurde dafür 2011 zu elf Jahren Gefängnis verurteilt. Das Betrugssystem basierte nach Einschätzung des Gerichts darauf, dass Kiener jahrelang zunächst seinem Fondsverwalter hohe Gewinne vorgaukelte - und dann über monatlich versandte falsche Ergebnismitteilungen schließlich auch den Anlegern Sand in die Augen streuen ließ.

Ähnlich sei er mit dem der britischen Barclays Capital Bank und der französischen BNP Paribas verfahren, für die er millionenschwere Fonds auflegte.

6. Der argentinische Nationalspieler Gabriel Heinze

Gabriel Heinze ist argentinischer Nationalspieler mit deutschem Pass. Er hatte lukrative Werbeverträge mit dem deutschen Sportartikelhersteller Puma. Als er etwa im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft 2006 mit Argentinien gegen Deutschland ausschied, zahlte Puma 40.000 Euro.

gabriel heinze

Laut den Panama-Papieren floss das Geld allerdings nicht an Heinze selbst, sondern an die Briefkastenfirma “Galen Mills Corp.” auf den Britischen Jungferninseln, hinter der Heinze steckte, die er allerdings nicht selbst leitete.

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