POLITIK
04/04/2016 10:12 CEST | Aktualisiert 04/04/2016 13:51 CEST

Newsblog zu den Panama Leaks: Ermittlungen gegen Banken laufen weltweit an

 Schäuble will Kampf gegen Steuerflucht vorantreiben
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Schäuble will Kampf gegen Steuerflucht vorantreiben

Der Leak der Panama-Papers schlägt weiter hohe Wellen. 80 Medien hatten am Sonntagabend die Ergebnisse monatelanger Recherchen präsentiert: Die Landkarte eines weltweiten Geflechts aus Scheinfirmen und Korruption. Die Enthüllungen beweisen, dass wohl mehrere hundert Spitzenpolitiker, Unternehmer und Prominente weltweit unter einer Decke mit kriminellen Steuerhinterziehern stecken.

Nun sehen sich Politik und Unternehmen in der Pflicht zu reagieren. Denn es scheint, als wäre das gesamte Ausmaß des Datenleaks noch nicht zu überblicken.

Hier lest ihr die aktuellen Entwicklungen im Newsblog:

17:11: Schweizer Finanzmarktaufsicht schaltet sich ein

Die Panama-Papers-Enthüllungen haben auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) auf den Plan gerufen. "Wir werden abklären, inwiefern auch Schweizer Banken die Dienstleistungen dieser offenbar weltweit vernetzten Anwaltskanzlei benutzt und dabei Schweizer Bestimmungen verletzt haben", teilte die Behörde in Bern am Montag auf Anfrage mit.

15:07: Indien will "jedem einzelnen Fall nachgehen"

Nach den Enthüllungen hat die indische Regierung eine umfassende Untersuchung angekündigt. Finanzminister Arun Jaitley kündigte am Montag in Neu Delhi an, eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern verschiedener Steuerbehörden und der Notenbank RBI werde die Informationen untersuchen und gegen Steuersünder vorgehen.

"Ich denke, es ist eine gesunde Entwicklung, dass diese Enthüllungen passieren. Die Arbeitsgruppe wird jedem einzelnen Fall nachgehen", sagte Jaitley.

14:20 Uhr: Sigmar Gabriel fordert Konsequenzen

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel hat angesichts der Panama Leaks Konsequenzen gefordert. "Die Geldgier dieser Superreichen verbindet sich mit der Gewissenlosigkeit im Banken- und Finanzsektor. Beides zerstört das Vertrauen in den Rechtsstaat“, sagte der SPD-Chef der "SZ".

"Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Teil der Gesellschaft hart arbeitet, sich an die Regeln hält und Steuern zahlt, während ein anderer Teil die Gesellschaft betrügt. Diese Betrüger sind die wahren Asozialen. Wer die Leistungsbereitschaft in einer sozialen Marktwirtschaft erhalten will, muss diese organisierte Kriminalität von Banken und Finanzjongleuren mit allen Mitteln bekämpfen", zitiert die "SZ" Gabriel.

13:45 Uhr: Schäuble will Vorschläge zur Bekämpfung von Steuerflucht machen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht die Panama-Enthüllungen als Rückenwind im internationalen Kampf gegen Steuerflucht. Bis Mitte April will Schäuble - unabhängig vom Panama-Fall - eigene, neue Vorschläge präsentieren. "Wir nehmen im Match diesen Ball auf und werden ihn weiter voranspielen", sagte Schäubles Sprecher Martin Jäger am Montag in Berlin. Die Panama-Papiere seien keine Überraschung, erhöhten aber den weltweiten Druck auf Steueroasen. Das "Unterholz" bei Versuchen, die Steuerbehörden auszutricksen, müsse besser ausgeleuchtet werden.

12:45 Uhr: Siemens will Hinweise auf Verstrickung prüfen

Nach Enthüllungen zu Briefkastenfirmen im Ausland will der Elektrokonzern Siemens Hinweise im Zusammenhang mit dem zurückliegenden Korruptionsskandal prüfen. Es handele sich aber vermutlich um "Vorgänge im Zusammenhang mit bekannten Altfällen, bei denen Siemens als Geschädigte betroffen ist", erklärte das Unternehmen am Montag in München auf Nachfrage der dpa. Belastbare Fakten zu den von den einzelnen Journalisten gestern gegebenen Hinweisen lägen dem Konzern derzeit nicht vor.

Mit Material der dpa.

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