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04/04/2016 16:02 CEST | Aktualisiert 04/04/2016 16:02 CEST

"Mitten in Deutschland: NSU" im Live-Stream: "Die Opfer" online schauen

Am Montag geht es in dem ARD-Projekt um "Die Opfer"
WDR/dpa
Am Montag geht es in dem ARD-Projekt um "Die Opfer"

Das ARD-Projekt "Mitten in Deutschland: NSU" beleuchtet am 4. April ab 20.15 Uhr im Live-Stream und im Ersten "Die Opfer". Es ist die Verfilmung des Buchs von Semiya Simsek, deren Vater Enver 2001 in Nürnberg ermordet worden war. Der Untertitel sagt viel aus, er lautet "Vergesst mich nicht".

Der dritte Teil "Die Ermittler - Nur für den Dienstgebrauch" wird am Mittwoch, 6. April, ausgestrahlt. Im Anschluss daran wird um 21.45 Uhr die Dokumentation "Der NSU-Komplex" gezeigt. Dieser Film nimmt mögliche Pannen bei der Aufklärung der Mordserie in den Blick. Alle drei Filme sind von unterschiedlichen Regisseuren, es gibt vereinzelt Verbindungen.

Die Reihe mit den teils fiktiven Geschichten zu den NSU-Morde hatte das Erste am 30. März mit "Die Täter - Heute ist nicht alle Tage" begonnen.

"Mitten in Deutschland: NSU" im Internet schauen

Alle drei Teile des ARD-Projekts können im Fernsehen geschaut werden, aber auch zeitgleich im Live-Stream der ARD sowie live in der Das-Erste-App gestreamt werden. Einen ARD-Live-Stream beinhaltet zudem beispielsweise die App von TV Spielfilm, einem Kooperationspartner der Huffington Post.

Nach Ausstrahlung stehen die Filme von "Mitten in Deutschland: NSU" sowie die Dokumentation dazu wohl auch in der Mediathek des Senders zum Abruf bereit.

Auf der Seite zu der Event-Reihe gibt es darüber hinaus die Webdoku "NSU - die Gefahr heute?"

Kritik an "Die Opfer"

Um den zweiten Film der ARD-Trilogie rund um die rechtsradikale Terrorzelle NSU ist ein Streit entbrannt. Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer des NSU-Terrors, kritisierte, dass beim Film "Die Opfer - Vergesst mich nicht" am Montag das Schicksal des zehnten und letzten Opfers, der Polizistin Michèle Kiesewetter, ausgelassen worden sei. Kiesewetter wurde am 25. April 2007 in Heilbronn umgebracht.

"Damit erweckt die ARD den Eindruck, Michèle Kiesewetter, gehöre nicht zu den Opfern dieser Mordserie", teilte John bereits am Freitag mit. "Die Polizistin wird lediglich in der Gesamtliste im Abspann genannt."

Wurde deutsches Opfer bewusst "vergessen"?

John warf die Frage auf, ob das deutsche Opfer ganz bewusst "vergessen" worden sei, weil es nicht in das rassistische Grundmuster gepasst habe.

Es sei wohl eher die subjektive Sicht der Sendeanstalt beziehungsweise der Filmemacher, dass nur Migranten als Opfer ins Filmbild passten. "Keine handwerkliche Panne, sondern Mythenbildung." In den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" vom Montag legte John nach und sprach von einer groben Unterlassung.

Eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion entgegnete, der zweite Film beruhe auf dem Buch von Semiya Simsek, der Tochter des ersten Mordopfers, Enver Simsek.

Kiesewetter-Mord spielt in "Die Ermittler" eine Rolle

Der Mord an Kiesewetter konnte erst nach dem Auffinden der Dienstwaffe bei den toten NSU-Mitgliedern Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt dem NSU zugeordnet werden, "und diese Kenntnis erreichte Semiya Simsek erst mit zeitlicher Verzögerung - also nach dem Zeitpunkt, an dem unser Film endet", so die ARD.

"Eine Mythenbildung liegt uns fern, im Gegenteil: Uns war die Perspektive einer konkreten Opfer-Familie wichtig, um an dem konkreten und wahrhaftig geschilderten Leid und an den unfassbar langen und mit schrecklichsten Verdächtigungen einhergehenden Ermittlungen, die gleichsam einer zweiten Ermordung des Familienvaters gleichkamen, ihr Schicksal nachvollziehbar zu machen", so hieß es von der Programmdirektion weiter.

Der Kiesewetter-Mord spiele zu Beginn des dritten Films am Mittwoch ("Die Ermittler - Nur für den Dienstgebrauch") eine Rolle.

Mit Material der dpa

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