POLITIK
04/04/2016 03:45 CEST | Aktualisiert 04/04/2016 03:57 CEST

Griechenland schiebt die ersten Flüchtlinge in die Türkei ab

Die ersten Flüchtlinge werden aus der Türkei nach Griechenland abgeschoben
AP
Die ersten Flüchtlinge werden aus der Türkei nach Griechenland abgeschoben

  • Griechenland hat heute begonnen, die ersten Flüchtlinge in die Türkei abzuschieben

  • Die Abschiebungen finden unter massivem Polizeieinsatz statt

  • Gleichzeitig werden heute die ersten Syrer im Rahmen des Türkei-Abkommens nach Deutschland geflogen

Die Rückführung von Migranten aus Griechenland in die Türkei im Rahmen des EU-Abkommens hat begonnen. Dies berichtete eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur aus Lesbos. Ein erstes Schiff mit etwa 140 Migranten an Bord lief am Montagmorgen um 6.28 Uhr Ortszeit aus Lesbos aus.

Auch aus der benachbarten Insel Chios sollten am Montagmorgen die ersten 66 Migranten in den türkischen Hafen Cesme gebracht werden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Küstenwache.

Auf Lesbos brachten Busse am Montagmorgen Dutzende Migranten zum Hafen der Insel Lesbos wie das griechische Fernsehen zeigte. Jeder Migrant sei von einem Polizisten begleitet worden, hieß es.

Küstenwache rechnet mit Widerstand

Insgesamt sollen etwa 400 Asylsuchende sollen von den Inseln der Ostägäis abgeschoben werden. Die Behörden rechneten mit Widerstand, bei der Küstenwache war von einer explosiven Stimmung unter den Flüchtlingen die Rede. Doch die befürchteten Ausschreitungen blieben aus.

In der Türkei wiederum gab es Proteste gegen die Aufnahme der Menschen. Diese sollen nach Dikili gebracht werden. Dort herrschte bei den Behörden Ratlosigkeit. Der Bürgermeister des Küstenbezirks Dikili, Mustafa Tosun, kritisierte, die türkische Regierung habe die lokalen Behörden nicht über ihre Pläne vor Ort informiert.

Mit dem umstrittenen Abkommen will die EU den Zustrom von Flüchtlingen drosseln. Es sieht vor, dass alle Menschen, die seit dem 20. März illegal nach Griechenland übergesetzt sind, von Montag an zwangsweise in die Türkei zurückgebracht werden können. Seit dem Stichtag trafen etwa 5000 auf den Ostägäis-Inseln ein.

Erste Kontingent-Syrer werden heute in Hannover eintreffen

Ausgenommen von den Rückführungen sind nur Menschen, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Für jeden aus Griechenland abgeschobenen Syrer soll ein Syrer aus der Türkei legal in der EU aufgenommen werden.

Diese Regelung gilt zunächst für 72.000 syrische Flüchtlinge, die in der Türkei Zuflucht gesucht haben. Nach Deutschland sollen 15.000 von ihnen kommen.

In Hannover werden am Montagvormittag die ersten Syrer erwartet. Voraussichtlich werden 35 Syrer mit zwei Linienmaschinen aus der Türkei in der niedersächsischen Landeshauptstadt eintreffen, vor allem Familien mit Kindern. Sie sollen zunächst in das Erstaufnahmelager Friedland gebracht werden.

Dort werden sie nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums zunächst medizinisch untersucht, zudem gibt es Willkommens- und Erstorientierungskurse. Anschließend werden die Menschen niedersächsischen Kommunen zugewiesen.

Mit Material der DPA

Die Flüchtlingskrise bewegt die Deutschen wie kein anderes Thema. Viele blicken fassungslos auf das, was sich an Europas Grenzen abspielt. Auf das Leiden und die Nöte der Hilfesuchenden.

Dabei gibt es zahlreiche Menschen und Organisationen, die vor Ort helfen, die Probleme zu lösen. Zusammen mit dem Spendenportal Betterplace.org stellt die Huffington Post spannende Projekte vor, die ihr direkt unterstützen könnt:


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