LIFE
04/04/2016 09:13 CEST

Eltern sein ist hart. Vor allem, wenn man es richtig macht

Eltern sein ist hart. Vor allem, wenn man es richtig macht
Christopher Hopefitch via Getty Images
Eltern sein ist hart. Vor allem, wenn man es richtig macht

Es ist so schwer.

Ich schloss unsere Schlafzimmertür und mein Mann zog mich an sich. Ich versuchte, nicht zu weinen.

Wir hatten gerade eine grauenhafte Nacht als Eltern hinter uns.

Darf ich das hier überhaupt sagen?

Denn wenn du selbst Mutter oder Vater bist, weißt du wahrscheinlich ganz genau was ich meine.

Es gab Geschrei und Tränen. Schwierige Gespräche, verletzte Gefühle, Konsequenzen und eine Symphonie aus zugeknallten Türen.

In weniger als einer halben Stunde und mit nur drei Gesprächen haben wir unsere drei Kinder wütend und traurig gemacht, weil wir eben echt gut sind.

Eltern sein ist nichts für Weicheier.

„Wenn es nicht schwer ist, machen wir es vielleicht nicht richtig?“, flüsterte mein Mann mir leise ins Ohr.

Ich ließ seine Worte auf mich wirken. Denn ich glaube viel zu oft an die Lüge, die besagt, dass wir uns nicht streiten würden, oder keine Meinungsverschiedenheiten hätten oder nicht gegen Meinungen und Einstellungen ankämpfen würden, wenn wir als Eltern alles richtig machen würden. Wir würden uns nicht gegenseitig verletzen. Wir wären normal. Wir würden das alles besser machen.

Und ehrlich gesagt wäre Eltern zu sein viel leichter für uns, wenn wir uns nicht so viel Mühe geben würden. Wenn wir uns nicht so sehr anstrengen würden. Wenn wir nicht so extrem lieben würden.

Es wäre so viel einfacher, wenn wir nicht versuchen würden, dankbare Kinder großzuziehen, die andere an die erste Stelle setzen, die sich an unsere Regeln halten, die nach Reinheit und Heiligkeit streben, die mit ihren Problemen und Fehlern offen umgehen, die niemals aufgeben und sich dafür entscheiden, Jesus Christus zu folgen.

Seine Kinder in einer Welt, in der die meisten mit dem Strom schwimmen, entgegen der Strömungsrichtung zu erziehen, ist eines der schwersten Dinge, die ich je gemacht habe.

Wir versuchen, unsere Güte mit unseren Erwartungen unter einen Hut zu bringen, aber in manchen Nächten bricht alles zusammen wie ein Kartenhaus.

Doch bloß weil der Weg steinig wird, kommen wir nicht gleich vom Kurs ab. Der Weg ist wirklich steinig. Auf dem richtigen Weg gibt es Hindernisse und Rückschläge. Die Reise des Elternseins ist schwierig und zugleich wunderschön.

Wir saßen beide am Fußende des Bettes und leckten unsere Wunden als ob wir gerade Krieg geführt hätten. Und auf vielerlei Weise hatten wir das auch getan.

Gute Eltern kämpfen für (und manchmal) auch mit ihren Kindern.

Gute Eltern machen Fehler und entschuldigen sich.

Gute Eltern schwimmen gegen den Strom, auch wenn es so viel leichter wäre, das, was gesagt werden muss, nicht zu sagen oder das, was getan werden muss, nicht durchzusetzen oder zu Ende zu führen.

Gute Eltern weinen. Und zweifeln. Und staunen. Und beten.

Gute Eltern lassen Gnade walten, wenn sie am wenigsten erwartet und am meisten gebraucht wird.

Gute Eltern rufen sich ins Gedächtnis, dass auch dies wieder vergehen wird.

Gute Eltern stellen sich schweren Prüfungen und wissen, dass sie etwas richtig machen.

Gute Eltern verstehen, dass auch gute Kinder schlechte Tage haben.

Also gib nicht auf, Mama. Hör nicht auf, dich zu bemühen, Papa.

Ja, Eltern zu sein ist schwer.

Vor allem, wenn man es richtig macht.

Dieser Blog ist ursprünglich bei We Are THAT Family erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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