POLITIK
04/04/2016 02:33 CEST | Aktualisiert 21/05/2016 12:00 CEST

"Anne Will": Gysi nennt den einzigen Grund, eine Briefkastenfirma zu betreiben

Gregor Gysi bei "Anne Will"
ARD Mediathek
Gregor Gysi bei "Anne Will"

  • Bie "Anne Will" diskutierten die Gäste über die "Panamapapers"

  • Gregor Gysi warf den westlichen Staaten vor, Steueroasen bewusst zuzulassen

In der Talkshow "Anne Will" diskutierten die Gäste über die "Panamapapers" - veröffentlichte Dokumente, die Verwicklungen von zahlreichen Staatschefs und Prominenten in Geschäfte in der Steueroase offenlegten.

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Gregor Gysi nutzte die Show, um das System, Geschäfte über Firmen in Steueroasen laufen zu lassen, scharf anzugreifen. "Wozu braucht man eine Briefkastenfirma mit einem Scheindirektor? Nur um zu verheimlichen."

" Arbeitnehmern werden Steuern abgebucht und die Reichen tricksen sich durch"

Westliche Staaten hätten bewusst Steueroasen geschaffen, um der Oberschicht Ausweichmöglichkeiten für konsequentere Steuererhebungspraktiken zu bieten - zum Beispiel Großbritannien mit den britischen Jungferninseln.

"Das geht einfach nicht. Arbeitnehmern werden Steuern gleich abgebucht und die Reichen tricksen sich weltweit durch. Das muss aufhören."

Der ehemalige Fraktionsvorsitzende der Linken kritisiert, dass ein Staat ohne Steuereinnahmen seinen Pflichten nicht nachkommen könne. "Wir sollten das Geldanlegen in Briefkastenfirmen verbieten." Gysi trat dafür ein, die Steuerpflicht an die Staatsbürgerschaft zu binden. Wer keine Steuern zahlen will, müsste demnach seinen Pass abgeben.

"Zwölf Staatsoberhäupter unter den Profiteuren"

Zu den Profiteuren der Offshore-Dienste zählen laut ARD zwölf Staatsoberhäupter und 128 weitere Politiker, aber auch internationale Finanzinstitute, darunter deutsche Banken oder ihre Töchter.

Die Recherchen der "Panamapapers" basieren auf einem Datenleck bei der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca. Laut ARD umfassen die ausgewerteten Unterlagen E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente.

Die Daten legen laut NDR die Offshore-Geschäfte von insgesamt 140 Politikern und hohen Amtsträgern aus aller Welt offen.

In den Unterlagen tauchten aber auch Namen von Spionen, Drogenhändlern und anderen Kriminellen auf. Zudem hätten zahlreiche Prominente und Sportstars Offshore-Firmen genutzt.

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