POLITIK
04/04/2016 00:26 CEST | Aktualisiert 04/04/2016 07:43 CEST

So lässt Putin Freunde seine Milliarden verwalten – und seine Partnerinnen

So lässt Putin Freunde seine Milliarden verwalten
POOL New / Reuters
So lässt Putin Freunde seine Milliarden verwalten

  • "Panama Papers" enthüllen, dass ein alter Freund Putins Milliarden über Offshore-Firmen bewegt

  • Geschäfte werden über eine Bank abgewickelt, deren Hauptaktionäre ebenfalls ein Bekannter Putins ist

  • Eine "Reuters"-Enthüllung zeigt, wie ein Putin-Bekannter Wohnungen für Geliebte des Präsidenten kauft

Die geleakten "Panama Papers" geben Einblick, wie der russische Präsident sein privates Reich führt: durch eine Kumpel-Connection. Offenbar bevorzugt Wladimir Putin es, vertrauten Freunden die Verwaltung seiner Milliarden zu überlassen.

Aus den Dokumenten gehen nach Angaben der "SZ", des WDR und des NDR Transaktionen in Milliardenhöhe hervor, die dem Putin in Verbindung stehen. Der Kreml-Chef selbst tauche in den Dokumenten nicht auf - dafür aber enge Vertraute, die laut unter konspirativen Umständen mehr als zwei Milliarden Dollar durch Briefkastenfirmen geleitet und dabei viel Geld außer Landes geschafft haben.

Cellist verwaltet Milliarden-Vermögen

Ein Name taucht immer wieder auf: der Sankt Petersburger Cellist Sergej Roldugin. In Deutschland können die meisten Cellisten kaum ihre Miete bezahlen - doch in Putins Reich bewegen sie Milliarden.

Der Profi-Musiker ist vielleicht der engste Freund Putins. Sie kennen sich seit ihrer Jugend. 1985 soll Roldugin Pate bei der Taufe von Putins ältester Tochter gewesen sein. Die "Panama Papers" belegen angeblich, dass der Cellist Inhaber zweier Briefkastenfirmen gewesen sein soll:

Die erste "Sonnette Overseas" ist auf den britischen Jungferninseln registriert. Die zweite "International Media Overseas" in Panama.

Offshore-Firmen nicht automatisch illegal

Die russische "Bank Rossiya", deren Hauptaktionär ebenfalls ein guter Bekannter Putins ist, soll die Firmen gesteuert haben. Auch Cellist Roldugin Gehört zu den Eignern. Das Datenleck lege offen, dass die Bank "mit Hilfe der panamaischen Kanzlei ein Schattensystem aus mindestens vier Briefkastenfirmen ausgebaut und betrieben hat".

Die "Süddeutsche" schreibt dazu: "Generell gilt: Der Besitz einer solchen Offshore-Firma ist für sich nicht illegal. Allerdings: "Wer sich in den Panama Papers umsieht, stellt sehr schnell fest, dass es in der überwältigenden Zahl der Fälle vor allem um eines geht: zu verschleiern, wem die Firma in Wahrheit gehört."

Über das Firmennetz sollen auch mehrere Millionen Dollar an eine russische Firma namens Ozon LLC geflossen sein. Diese hat später das Ski-Resort Igora gekauft, in dem im Februar 2013, die Hochzeit von Putins zweiter Tochter Katerina stattgefunden haben soll.

Cellist antwortet bisher nicht auf Vorwürfe

Die Kanzlei "Mossack Fonseca" stritt laut "Tagesschau" ab, dass die "Bank Rossiya" eine ihrer Kunden sei – obwohl der Schriftverkehr zwischen der Kanzlei und der Bank mehrere Ordner fülle. In einer Stellungnahme gab sie an, "weltweite Vertreter-Tätigkeiten für professionelle Mandanten (z.B. Rechtsanwälte, Banken oder Fonds), die ihrerseits als Vermittler agieren" anzubieten.

Ihre Arbeit als eingetragener Vertreter bestehe allein darin, bei der Anmeldung von Gesellschaften zu helfen. Dabei handle man im Einklang mit Recht und Gesetz.

Der Cellist Roldugin habe auf Nachfrage mitgeteilt, dass er Zeit brauche, um sich die an ihn gestellten Fragen genauer anzusehen. Die "Bank Rossiya" habe bisher keine Stellung genommen. Auch der Kreml ließ laut "SZ" eine Anfrage bis Sonntag unbeantwortet.

Verdächtige Immobiliengeschäfte

Die Firmen des Profi-Cellisten seien nicht die einzigen gewesen, die von dem Netzwerk der St. Petersburger Bank betrieben wurden. Der Name einer weiteren Firma laute "Sandalwood", sie sei ebenfalls auf den britischen Jungferninseln registriert gewesen und von Managern der "Bank Rossiya" gepflegt worden.

Die Art, wie enge Freunde Putins mit entscheidenden Aufgaben betraut werden, erinnert an eine Enthüllung der Nachrichtenagentur Reuters vom Wochenende, die weit weniger Aufmerksamkeit bekam als die "Panama Papers".

Vier Frauen, denen Verbindungen zu Putin nachgesagt werden, haben in den vergangenen Jahren Luxus-Appartments in Moskau bezogen. Alle befinden sich im Besitz von Grigory Baewsky, ein Geschäftskollege von Putins Judo-Partner und Freund Arkady Rotenberg.

"Pussy for Putin"

Der habe im Jahr 2013 eine Wohnung an Anna Zatsepilina übertragen. Diese ist die Großmutter von Ex-Olympia-Turnerin Alina Kabaeva, die nach einem Zeitungsbericht aus dem Jahr 2008 Putins Freundin gewesen sein soll. Nur Monate später, im Jahr 2009, übertrug Geschäftsmann Baewsky eine weitere Wohnung an eine Frau. Diesmal an Leysan Kabaeva, die Schwester der Olympia-Turnerin.

Auch die 29-jährige Katerina Tikhonowa, Putins Tochter, bekam eine Wohnung von Baewsky. Im Jahr 2012 gab sie ein Appartment als ihre Geschäftsadresse an, das Baewsky gehört.

Im Jahr 2015 gab Baewsky dann einer weiteren jungen Frau eine Wohnung in einem Luxus-Wohnkomplex in Moskau. Diesmal, so Reuters, bekam die 23-jährige Alisa Kharchewa ein neues Appartment zugeschanzt.

Kharchewa ließ sich für einen erotischen Kalender fotografieren, der dem russischen Präsidenten gewidmet war. Außerdem fiel sie durch ein nicht sehr subtiles Angebot an Putin auf.

Auf ihrer Internetseite veröffentlichte sie unter dem Titel "Pussy for Putin" ein Foto von sich, auf dem sie nach vorne gebeugt ihre Oberweite in Szene setzten. Dazu sagte sie, sie wolle dem Präsidenten ihre "Pussy" anbieten - ein schwarzes Katzenjunges.

Es ist nicht bekannt, ob Putin das Kätzchen in Obhut nahm. Er gilt eher als Hundetyp.

Mit Material der DPA

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