POLITIK
03/04/2016 18:38 CEST | Aktualisiert 04/04/2016 06:44 CEST

Panama Papers: Diese 8 Dinge müsst ihr jetzt wissen

Fishing boats are anchored in the Bay of Panama June 24, 2009. The bay, off Panama City, is polluted with sewage and methane gas, according to the National Environmental Authority (ANAM). REUTERS/Alberto Lowe (PANAMA ENVIRONMENT)
Alberto Lowe / Reuters
Fishing boats are anchored in the Bay of Panama June 24, 2009. The bay, off Panama City, is polluted with sewage and methane gas, according to the National Environmental Authority (ANAM). REUTERS/Alberto Lowe (PANAMA ENVIRONMENT)

Spitzenpolitiker, Sportstars und Kriminelle sind nach Recherchen der "Süddeutsche Zeitung" und anderer Medien in Geschäfte mit Briefkastenfirmen in mehreren Steueroasen verwickelt. Ein enormes Datenleck habe die Geschäfte von 215.000 Briefkastenfirmen offengelegt, berichteten die Zeitung sowie die Tagesschau am Abend.

Rund 11 Millionen Dokumente wurden der "SZ" zugespielt. Sie bringen auch den russischen Staatschef Wladimir Putin und den Starfußballer Lionel Messi vom FC Barcelona in Schwierigkeiten. Der Enthüller des NSA-Skandals, Edward Snowden, sprach auf Twitter vom "größten Leck in der Geschichte des Daten-Journalismus".

Hier sind die 8 wichtigsten Dinge, die ihr über die sogenannten "Panama Papers" wissen müsst:

1. Worum handelt es sich bei "Panama Papers"?

Laut ARD umfassen die ausgewerteten Unterlagen "E-Mails, Urkunden, Kontoauszüge, Passkopien und weitere Dokumente zu rund 215.000 Offshore-Firmen. Zu den Profiteuren der Offshore-Dienste zählen zwölf Staatsoberhäupter und 128 weitere Politiker, aber auch internationale Finanzinstitute, darunter 15 deutsche Banken oder ihre Töchter. Die Recherchen der "Panama Papers" basieren auf einem Datenleck bei der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca.

2. Warum müssen uns die Enthüllungen interessieren?

"Generell gilt: Der Besitz einer solchen Offshore-Firma ist für sich nicht illegal", schreibt die "Süddeutsche". Dennoch werden die Briefkastenfirmen häufig dazu genutzt, um Steuern zu hinterziehen. Staaten entgehen dadurch Einnahmen. Wohlhabende drücken sich damit um Abgaben. Aber auch Kriminelle nutzen die Briefkastenfirmen für ihre Geschäfte. Ermittler haben meist kaum eine Chance diese Fälle aufzudecken.

3. Wer sind die prominentesten Leute, die in den Skandal verwickelt sind?

Das ganze Ausmaß des Skandals wird wohl erst in den kommenden Tagen ersichtlich werden. Schon jetzt ist klar: Unter anderem taucht der Name des ukrainischen Präsidenten in den Unterlagen auf. Und auch der isländische Premier soll darunter sein, ebenso wie enge Vertraute des russischen Präsidenten Wladimir Putin.

Auch Fußballstar Lionel Messi soll die Hälfte einer Briefkastenfirma gehört haben. Insgesamt finden sich in den Unterlagen die Namen von zwölf amtierenden und ehemaligen Staats- und Regierungschefs.

4. Was wissen wir über die Beteiligung des russischen Präsidenten Wladimir Putin?

Putins Name taucht in den Unterlagen nicht auf. Aber die von engen Freunden. Einer ist Sergej Roldugin, der als bester Freund des Präsidenten gilt und Taufpate seiner Tochter ist. Roldugin, in Russland ein bekannter Cellist, war an einem Netz von Briefkastenfirmen beteiligt, in dem innerhalb weniger Jahre mehr als zwei Milliarden US-Dollar verschoben wurden.

5. Wer ist noch in den Skandal verwickelt?

Insgesamt finden sich in den Unterlagen die Namen von 140 Politikern, aber auch internationale Finanzinstitute, darunter 15 deutsche Banken oder ihre Töchter. Auch Sportstars, Spione, Drogenhändler und andere Kriminelle sind darunter und mindestens auch ein Mitglied der Ethikkommission des Fußballweltverbandes "FIFA".

6. Sind auch Deutsche unter den Verdächtigen?

Bisher sind keine Namen bekannt geworden. Aber wie am Sonntag Abend bekannt wurde, sind auch Deutsche in den Skandal verwickelt. Allerdings sollen keine deutschen Politiker betroffen sein.

7. Wer steckt hinter der mysteriösen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca?

Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama bietet die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen an. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen über 500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Die Kanzlei ist in Belize, den Niederlanden, Costa Rica, Großbritannien, Malta, Hong Kong, Zypern, den Britischen Jungfern-Inseln, Bahamas, Panama, Anguilla, Seychellen, Samoa und den US-Bundesstaaten Nevada und Wyoming tätig. Gegründet wurde die Kanzlei 1977 von dem deutschstämmigen Rechtsanwalt Jürgen Mossack

Die Internetseite der Kanzlei informierte ihre Kunden inzwischen über das Datenleck:

8. Wie wurde der riesige Datensatz bearbeitet?

Weil die Menge der Unterlagen so riesig ist und die darin vorkommenden Personen auf so viele Länder weltweit verteilt sind, hat die "Süddeutsche Zeitung" die Recherche gemeinsam mit dem Internationalen Konsortium für Investigative Journalisten (ICIJ) in Washington organisiert. An ihr wirkten etwa 400 Journalisten aus fast 80 Ländern mit. In den kommenden Tagen werden etwa 100 Medien unter dem Titel „Panama Papers“ ihre Ergebnisse veröffentlichen, darunter auch der Guardian, die BBC und Le Monde.

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