POLITIK
03/04/2016 19:02 CEST | Aktualisiert 03/04/2016 19:10 CEST

Gigantischer Geldwäsche-Skandal: Auch der Name von Lionel Messi taucht auf

Football Soccer - FC Barcelona v Arsenal - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - The Nou Camp, Barcelona, Spain - 16/3/16Lionel Messi celebrates scoring the third goal for BarcelonaReuters / Albert GeaLivepicEDITORIAL USE ONLY.
Reuters Staff / Reuters
Football Soccer - FC Barcelona v Arsenal - UEFA Champions League Round of 16 Second Leg - The Nou Camp, Barcelona, Spain - 16/3/16Lionel Messi celebrates scoring the third goal for BarcelonaReuters / Albert GeaLivepicEDITORIAL USE ONLY.

Die Niederlage seines Clubs FC Barcelona gegen den Rivalen Real Madrid war an diesem Wochenende der kleinere Schock für Barca-Star Lionel Messi.

Denn am Sonntag Abend veröffentlichte unter anderem die "Süddeutsche Zeitung" umfangreiche Recherchen zu einem gigantischen Geldwäscheskandal (hier die 8 wichtigsten Fakten zu den "Panama Papers").

In den 11 Millionen Dokumenten, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, kommt auch der Name Lionel Messi vor.

Briefkastenfirma Mega Star Enterprises

Messi ist als Begünstigter einer der Staatsanwaltschaft bis dato unbekannten Offshore-Firma geführt. Diese Firma taucht bisher in den Akten der Staatsanwaltschaft nicht auf, bestätigte ein Sprecher der Behörde. Auf Anfrage wollte sich der Fußballer nicht zu der Angelegenheit äußern.

Die bislang unbekannte Briefkastenfirma heißt Mega Star Enterprises und gehört offenbar zur Hälfte Lionel Messi. Sie wurde zumindest bis vor kurzem von der Kanzlei Mossack Fonseca betreut.

Ausweislich der "Panama Papers" wird die Mega Star Enterprises, die jedenfalls bis vor wenigen Wochen noch aktiv war, von fünf unbekannten Scheindirektoren geleitet – aber die Inhaber des Unternehmens waren offenbar Lionel Andrés Messi und sein Vater und Manager Jorge Horacio Messi.

Firma läuft auf Messis Namen

Das geht aus einem Papier von Juni 2013 hervor, das sich in den Panama Papers findet. Darin erklärt ein Mitarbeiter einer uruguayischen Anwaltskanzlei dem Offshore-Provider Mossack Fonseca, die finalen Begünstigten der Mega Star Enterprises seien die Messis.

Die Mega Star Enterprises wurde ausweislich der Panama Papers erst am 8. Februar 2012 gegründet – lange nach den bereits aktenkundigen Steuerhinterziehungsfällen, die nun vor Gericht behandelt werden sollen. Die Anteile an der Firma wurden in anonymen Inhaberaktien ausgegeben – ideal für verdeckte Geschäfte.

Wer diese Inhaber-Aktien physisch besitzt, dem gehören die entsprechenden Anteile an der Firma – der Name muss nirgendwo auftauchen. Im Dezember 2015 änderte dies Messis Vater. Nun laufen alle Aktien auf seinen Namen.

Welche Folgen der Skandal für Messi haben wird, ist derzeit vollkommen offen. Sollte ihm aber nachgewiesen werden, dass er sich Offshore-Firmen bediente, könnte die Strafe drastisch sein.

Hintergrund zur Kanzlei Mossack Fonseca, die Offshore-Firmen gründete:

Die Kanzlei Mossack Fonseca aus Panama bietet die Gründung und Verwaltung von Offshorefirmen an. Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen über 500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Die Kanzlei ist in Belize, den Niederlanden, Costa Rica, Großbritannien, Malta, Hong Kong, Zypern, den Britischen Jungfern-Inseln, Bahamas, Panama, Anguilla, Seychellen, Samoa und den US-Bundesstaaten Nevada und Wyoming tätig.

Mossack Fonseca bietet zudem Rechtsberatung unter anderem in den Bereichen Finanzen, geistiges Eigentum und öffentliche Ausschreibungen an. Außerdem setzt die Kanzlei Treuhandfonds und private Stiftungen auf und verwaltet sie.

Gegründet wurde die Kanzlei 1977 von dem deutschstämmigen Rechtsanwalt Jürgen Mossack gegründet. Er wurde in Fürth geboren und wanderte nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» bereits als Kind mit seiner Familie nach Panama aus. 1986 tat er sich dann mit dem Panamaer Ramón Fonseca Mora zusammen. Der Anwalt, Schriftsteller und Politiker war bis vor kurzem Berater von Staatschef Juan Carlos Varela. Wegen Ermittlungen gegen Mossack Fonseca in Brasilien lässt er seine Beratertätigkeit derzeit ruhen.