POLITIK
02/04/2016 14:19 CEST | Aktualisiert 02/04/2016 14:19 CEST

US-Präsident Obama warnt vor nuklearem Terrorismus

US-Präsident Obama.
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US-Präsident Obama.

  • US-Präsident Obama warnt, dass der Islamische Staat Nuklearwaffen für Terrorismus einsetzen könnte

  • Der Bestand hochangereichertes Uran sei allerdings zurückgegangen

US-Präsident Barack Obama warnt vor den Gefahren eines atomaren Terrorismus. "Kein Zweifel: Wenn diese Verrückten dieses Material in die Hände kriegten, würden sie so viele Menschen töten wie möglich", sagte er am Freitag in Washington. Er verwies etwa auf das Interesse der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an radioaktivem Material.

Obama mahnte ein gemeinsames internationales Vorgehen an, um die Bestände nuklearen Materials zu sichern: "Keine Nation kann das alleine lösen." Die Gefahr eines nuklearen Terrorismus bestehe fort und wachse weiter an. Aber: "Bisher hat keine terroristische Gruppe Zugriff auf nukleares Material bekommen", sagte Obama.

Sicherheitsrisiko in einigen Ländern zurückgegangen

Zum Ende des Gipfels für Nuklearsicherheit in der US-Hauptstadt Washington verwies Obama auf eine signifikante Reduzierung hoch angereicherten Urans in einer Reihe von Ländern. Allein dieses Material, das einer Größenordnung von etwa 150 Atomwaffen entspreche, stehe Terroristen schon nicht mehr zur Verfügung.

"Das Thema taugt nicht immer für grelle Schlagzeilen", sagte Obama, weil nukleare Sicherheit sehr technisch sei. Aber große Teile der Welt stellten nun kein potenzielles Sicherheitsrisiko hinsichtlich eines Diebstahls nuklearen Materials mehr dar. Das sei ein großer Erfolg der vergangenen nunmehr vier Nukleargipfel. "Bis heute haben sich mehr als zwölf Länder von sämtlichem hoch angereicherten Uran und Plutonium getrennt", sagte Obama.

Gipfel ohne Russland

Obama hatte das Format in einer Rede 2009 in Prag ins Leben gerufen. Er gestand am Freitag ein, dass seine damals ausgerufene Vision einer atomwaffenfreien Welt nicht erreicht worden sei. "Unsere Arbeit ist mitnichten zu Ende", sagte er. Es gebe noch jede Menge nukleares Material, das reduziert oder beseitigt werden müsse. Auch wüchsen vielerorts die Plutoniumbestände.

Staats- und Regierungschefs aus mehr als 50 Ländern waren zum Gipfel in Washington. Deutschland wurde von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) vertreten. Russland hatte eine Teilnahme an den Gesprächen in Washington abgelehnt. Eine Reihe der beteiligte Staaten, unter ihnen auch Deutschland, vereinbarten die Einsetzung einer Kontaktgruppe für nukleare Sicherheit.

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