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02/04/2016 18:32 CEST | Aktualisiert 06/05/2016 08:07 CEST

Ein Sanitäter wurde in sein eigenes Haus gerufen - dort sah er das Schlimmste, das er sich vorstellen konnte

Rettungssanitäter im Einsatz (Symbolbild).
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Rettungssanitäter im Einsatz (Symbolbild).

  • Rettungssanitäter Pete Keach fuhr zu einem Einsatz an seine eigene Adresse

  • Dort hatte er seine Frau und seinen kleinen Sohn zurückgelassen

Pete Keach ist Rettungssanitäter aus Australien. Er hat in seinem Berufsleben schon vieles gesehen. Schwere Verletzungen, tote Menschen. Doch der Einsatz, der bei einer seiner Schichten über Funk angefordert wurde, war der wohl schlimmste Fall, den er jemals erleben würde. Er würde sein Leben ändern.

An dem Abend hatte er gerade erst das Haus verlassen und war in seinem Rettungswagen unterwegs. Er war erst eine Dreiviertelstunde außer Haus, hatte seine Frau Georgie und seinen kleinen Sohn Sam zurückgelassen.

Was er nicht wusste: Den Notruf hatte Georgie abgegeben. Über den Funk hörte Pete von der Anforderung in seine Straße - war sich allerdings nicht sicher, ob der Einsatz sein eigenes Haus betraf oder eins in der Nachbarschaft.

Er traf seine Frau und seinen Sohn an - doch etwas stimmte nicht

Er versuchte, Georgie auf dem Handy zu erreichen - doch sie antwortete nicht. Pete fuhr mit Sirene und Blaulicht nach Hause. Es war zehn Uhr abends - doch Blaulicht leuchtete bereits die Straße aus. Drei von Petes Kollegen waren schneller an den Einsatzort gekommen. Und sie standen vor seinem Haus.

Im Inneren traf er die anderen Sanitäter. Außerdem Georgie und seine Schwiegermutter. Sie hielten Sam in den Armen - er war am plötzlichen Kindstod gestorben.

Da kehrte die Stille ein. "Er hat sich nie gerne küssen und knuddeln lassen, aber jetzt konnten wir ihn so viel liebkosen, wie wir wollten", sagte Pete der "Daily Mail".

Jetzt setzt sich Pete gegen die Krankheit ein

Der plötzliche Kindstod ist ein seltenes Phänomen. Es tritt ohne erkennbare Ursache und ohne Spuren bei Säuglingen auf. In Deutschland ist es die dritthäufigste Todesart bei Babys.

Der Fall mit seinem eigenen Sohn ereignete sich im Juni 2012. Jetzt, vier Jahre später, wurde Pete zum ersten Mal zu einem anderen Einsatz gerufen, bei dem ein Baby am plötzlichen Kindstod gestorben war. Für ihn der Impuls, sich künftig für die Erforschung der Krankheit einzusetzen.

Daher will er am 8. April mit anderen Aktivisten auf dem Fahrrad von Sydney nach Canberra fahren und dabei Spenden sammeln - mit seiner Organisation "Sydney 2 CAMberra". Damit anderen Eltern das Schicksal erspart wird, ihr kleines Kind plötzlich gehen zu lassen müssen.

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