NACHRICHTEN
02/04/2016 05:25 CEST | Aktualisiert 02/04/2016 05:36 CEST

Nach Eklat um Saar-AfD: Weiterer Landesverband offenbar in Verbindung mit Rechtsextremen

BERLIN, March 14, 2016 -- Frauke Petry, head of Germany's anti-migration party, the Alternative for Germany, attends a press conference with other leaders of the party in Berlin, on March 14, 2016. Eligible German voters cast their ballots on Sunday in the southwestern states of Baden-Wuerttemberg and Rhineland-Palatinate as well as eastern Saxony-Anhalt to elect three new regional parliaments. The AfD recorded remarkable gains in the elections and was able to break into all three state parliame
Xinhua News Agency via Getty Images
BERLIN, March 14, 2016 -- Frauke Petry, head of Germany's anti-migration party, the Alternative for Germany, attends a press conference with other leaders of the party in Berlin, on March 14, 2016. Eligible German voters cast their ballots on Sunday in the southwestern states of Baden-Wuerttemberg and Rhineland-Palatinate as well as eastern Saxony-Anhalt to elect three new regional parliaments. The AfD recorded remarkable gains in the elections and was able to break into all three state parliame

  • Recherchen des "Stern" zeigen, dass der AfD-Landesverband in Rheinland-Pfalz Beziehungen zu Rechtsextremen pflegte

  • Das Magazin hatte vor einigen Wochen bereits Kontakte der Saar-AfD zu selben Szene enthüllt

Nicht nur der saarländische Landesverband der rechtspopulistischen AfD hatte offenbar Kontakt zu Rechtsextremen. Wie aktuelle Recherchen des "Stern" zeigen, stand auch der Landesvorstand der AfD in Rheinland-Pfalz mit der Szene in Verbindung.

Dabei geht es wohl um eine Gruppe um die Rechtsextremistin Ulrike Reinhardt aus Kaiserslautern, die auch inm Verdacht steht, Kontakt mit der Saar-AfD zu haben.

Sie leitet laut eigener Aussage seit Monaten eine Organisation mit dem Namen "Pfälzer Spaziergänge", die laut Angaben des Verfassungsschutzes von der NPD gesteuert wird.

Kontakte in den AfD-Landesvorstand Rheinland-Pfalz

Reinhard soll nach eigener Aussage engen Kontakt mit Attila Sonal, einem Abgeordneten des Landesvorstands der AfD Rheinland-Pfalz, gepflegt haben.

"Ich war auf jedem Stammtisch von Herrn Sonal und auch schon bei ihm zuhause. Ich habe viele Flugblätter verteilt. Für meine Arbeit wurde ich belobigt", zitiert sie der "Stern".

Sonal sagte dazu dem Blatt: "Frau Reinhardt war auf unseren Dialog-Veranstaltungen. Ob das auch in Zukunft so ist, weiß ich nicht."

Wahlkampfhilfe durch rechte Aktivisten

Laut Recherchen des Magazins sollen sich Aktivisten der "Pfälzer Spaziergänge" auch am Wahlkampf für die AfD Rheinland-Pfalz beteiligt haben.

Organisiert wurde dies scheinbar über Andreas Burkhardt, der laut "Stern" für die Republikaner im Stadtrat sitzt und eine Fraktion mit dem örtlichen NPD-Abgeordneten bildet.

"Es ging bei den Flugblättern um den südlichen Teil Kaiserslauterns und um einige Verbandsgemeinden, also um den Wahlkreis von Herrn Sonal", sagte Andreas Burkhardt dem Blatt.

Unter den Aktivisten, die laut Burkhardt "zehntausende" Flugblätter verteilt haben sollen, soll sich laut "Stern" auch Reinhardts Stellvertreter Andreas Weitlauff befunden haben.

"Wussten nichts von den Wahlkampfhelfern"

Von Seiten der Rheinland-Pfalz-AfD wurde darauf hingewiesen, man habe von den rechten Wahlkampfhelfern nichts gewusst, so das Magazin weiter.

"Herr Sonal hatte einfach Probleme, Leute für die Plakate und die Flyer zu motivieren", sagte Ulrike Reinhardt dem Magazin. Der Republikaner-Abgeordnete Andreas Burkhardt, der von der AfD engagiert worden sein soll, sagte dazu: "Herr Weitlauff hatte die Zeit und die Möglichkeiten."

Frühere Recherchen des "Stern" hatten ergeben, dass Reinhardt auch mit dem ehemaligen Chef der Saarland-AfD, Josef Dörr, in E-Mail-Kontakt gestanden war.

Sitzungsprotokolle, Emails und Whats-App-Nachrichten zeigten dort zudem Verbindungen zur Freien Bürger-Union (FBU), einer rechten Gruppierung, die flächendeckend von der NPD gesteuert wird. Als Folge des Eklats war die Saar-AfD aufgelöst worden.

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