POLITIK
01/04/2016 03:56 CEST | Aktualisiert 01/04/2016 05:40 CEST

Kükenschreddern geht weiter: EU will Tötung männlicher Küken nicht verbieten

chick factory
jinglemarket via Getty Images
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  • Die EU plant nicht, das umstrittene Verfahren des Küken-Schredderns zu verbieten

  • Auch Deutschland erteilte entsprechenden Forderungen eine Absage

Nach Deutschland erteilt nun auch die EU den Forderungen, das Schreddern männlicher Küken zu verbieten, eine Absage. Auf Anfrage der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte eine Sprecherin der EU-Kommission, derzeit sei kein Verbot der umstrittenen Tötungspraxis geplant.

Die Sprecherin betonte, die Kommission beobachte die Situation und werde über das weitere Vorgehen erst dann entscheiden, wenn es kommerziell nutzbare Alternativen zur Kükentötung gebe.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr schätzungsweise 48 Millionen männliche Küken vergast oder geschreddert. Die Küken werden für die Industrie nicht benötigt, da sie in der Mast nicht gewinnbringend eingesetzt werden können – und keine Eier legen.

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) rechtfertigte die Entscheidung an der Praxis festzuhalten mit wirtschaftlichen Überlegungen. "Bei einem Verbot würden die Brütereien in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern", sagte Schmidt den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Er stellte jedoch in Aussicht, noch dieses Jahr könne ein neues wissenschaftliches Verfahren die industrielle Massentötung überflüssig machen. Man arbeite an einem wissenschaftlichen Verfahren, das ermögliche, das Geschlecht der Tiere vor dem Ausbrüten zu erkennen.

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