POLITIK
01/04/2016 15:06 CEST | Aktualisiert 01/04/2016 16:12 CEST

Asylsuchende flüchten aus griechischem Auffanglager

Flüchtlinge im griechischen Lager Idomeni.
ASSOCIATED PRESS
Flüchtlinge im griechischen Lager Idomeni.

  • Mindestens 700 Asylsuchende sind aus einem griechischen Auffanglager geflohen

  • Sie sollen in die Türkei abgeschoben werden

  • Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen

Bereits am Montag sollen die ersten Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei abgeschoben werden - eine Folge des Asyldeals zwischen der EU mit Staatspräsident Erdogan. Dagegen wehren sich Asylsuchende, die derzeit in Hotspots auf den griechischen Inseln interniert sind.

Mindestens 700 von ihnen sollen aus einem Camp auf der Insel Chios geflohen sein, berichtet "Zeit Online". Nach Auskunft der Regierung in Athen suchen sie nun selbstständig nach Unterkünften auf der Insel.

Das Chaos in dem Lager auf Chios muss eine Warnung an alle EU-Staaten sein - und insbesondere an die Bundesregierung: Sie haben die Rechnung möglicherweise ohne die Flüchtlinge gemacht. Niemand kann von ihnen verlangen, in ein Land zurückzureisen, das sie aller Voraussicht nach menschenunwürdig behandeln wird.

Auch sie haben den dramatischen Amnesty-Bericht über die Türkei vernommen, der sich wie ein Lauffeuer in den griechischen Lagern verbreitet haben muss. Es ist das gute Recht der Zehntausenden Schutzsuchenden, sich gegen ihre Abschiebung zu wehren - und deutlich zu machen: Der Deal mit der Türkei kann scheitern, bevor er überhaupt in Kraft getreten ist. Europa wäre dann dort, wo es erst vor wenigen Wochen war: im Chaos.

Bereits kurz zuvor war es immer wieder zu teils gewaltsamen Zwischenfällen gekommen. Vor Beginn der vereinbarten Rückführungen forderten Migranten auf Lesbos mit Transparenten am Zaun des Internierungslagers bei Moria: "Tötet uns hier, aber schickt uns nicht in die Türkei zurück." Im Camp auf Chios und im Lager von Idomeni gerieten die Menschen untereinander und mit der Polizei aneinander.

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