POLITIK
01/04/2016 07:50 CEST | Aktualisiert 01/04/2016 09:33 CEST

"Wir schränken die Medienfreiheit nicht ein": Dieses Interview kann Erdogan nicht ernst meinen

"Wir schränken die Medienfreiheit nicht ein": Mit diesem Interview macht sich Erdogan lächerlich
Joshua Roberts / Reuters
"Wir schränken die Medienfreiheit nicht ein": Mit diesem Interview macht sich Erdogan lächerlich

  • Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert Grenzen für Satire

  • Dennoch würde er keinen Krieg gegen die Medien führen, betont er im Interview mit dem Sender CNN

  • "Wir haben nie etwas getan, um die Medienfreiheit einzuschränken"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Medien bei aller Kritik zu einem fairen Umgang mit der Politik aufgefordert. "Wir sollten Kritik nicht mit Beleidigungen und Diffamierung verwechseln", sagte der Staatschef im Interview der CNN-Sendung "Amanpour". Es müsse Grenzen geben, auch für Satire.

Eine Karikatur bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen ist "nicht in Ordnung"

Es sei nicht in Ordnung, ein Thema in einer Karikatur bis zur Unkenntlichkeit zu verbiegen, sagte Erdogan. Es sei nur natürlich, dass er in so einer Situation Rechtsanwälte einsetze, um zu seinem Recht zu kommen.

In Deutschland hatte das NDR-Fernsehmagazin "extra 3" am 17. März einen satirischen Beitrag über Erdogan ausgestrahlt, der auf YouTube mittlerweile fast fünf Millionen Mal angeklickt wurde.

Der Beitrag des Satire-Magazins mit der Musik von Nenas Hit "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" enthält Textzeilen, wie "Ein Journalist, der irgendwas verfasst, was Erdogan nicht passt, ist morgen schon im Knast". Der türkische Präsident reagierte erbost, der deutsche Botschafter in Ankara wurde einbestellt.

Viel Geduld gezeigt

Im Interview mit der CNN-Journalistin Christiane Amanpour betonte Erdogan, dass er keinen Krieg gegen die Medien führe.

"Wir haben nie etwas getan, um die Medienfreiheit einzuschränken." Die türkische Regierung habe viel Geduld gezeigt.

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